24.09.2020 06:00 |

„Krone“-Leser fragen:

Wann sind Sie bei den Eltern ausgezogen?

Sie dürfen zwar noch nicht wählen, haben aber trotzdem viele Fragen zu der Stadt, in der sie leben. Spannende Kooperation des SOS-Kinderdorfs mit der „Krone“. Die Kleinen stellen Fragen an die Spitzenkandidaten der Wahl, und diese antworten. Wer hat das größte Herz für die Jüngsten? Lesen Sie es hier.

Michael Ludwig, SPÖ
Meine Mutter hat als Witwe später dann ein zweites Mal geheiratet. Ich war damals 18 Jahre, und sie ist zu ihrem Mann gezogen. Dadurch habe ich auch früh gelernt, selbstständig einen Haushalt zu führen. Reinigen und saubermachen, die Wäsche machen, selber kochen. Eben alles, was zu tun ist, wenn man auf eigenen Beinen steht und eine eigene Wohnung hat. Vielleicht ist das auch mit ein Grund dafür, dass ich mich schon sehr früh mit alternativen Reinigungsmitteln und natürlichen Hausmitteln auseinandergesetzt habe. Heute findet man dazu hervorragende Tipps und Auskünfte bei der Umweltberatung Wien, die ich in den 1980er-Jahren mitbegründet habe. Fachlich kompetent und mit toller Beratung.

Birgit Hebein, Grüne
Ich komme aus einem kleinen Dorf in Kärnten. Meine Mutter hat mich nach der Hauptschule unterstützt, dass ich weiter eine Schule besuchen durfte. Meine Religionslehrerin hat mich dann darin bestärkt, einen Sozialberuf zu ergreifen. Nach der Matura bin ich schließlich ausgezogen und in die Bundeshauptstadt gegangen. In Wien angekommen, habe ich dann die Sozialakademie besucht. Noch heute sage ich gerne, dass ich zwei große Lieben habe: Meine erste große Liebe war das Dorf in Kärnten, und meine zweite große Liebe war und ist nach wie vor die Stadt Wien, wo ich meine Kinder ins Leben begleiten darf. Heute freue ich mich sehr, dass für diese großartige Stadt einen Beitrag zum Besseren leisten darf.

Dominik Nepp, FPÖ
Nach der Matura in der Studentenzeit bin ich schließlich ausgezogen und habe eine kleine Studentenwohnung bezogen. Das erste Mal alleine wohnen fühlte sich an wie ein großer Schritt in die Freiheit. Auch wenn es nur eine kleine Wohn-Schlaf-Küche mit gerade einmal 40 Quadratmetern war. Dort habe ich auch gelernt, meine Hemden selbst zu bügeln, was ich auch bis heute weiterhin tue. Kulinarisch überlebenswichtig waren natürlich Mikrowelle und Tiefkühlpizza. Da hat man sich dann auf das sonntägliche Familienessen bei den Eltern zu Hause schon sehr gefreut, wo bis heute stets gut aufgekocht wird. Das Ausziehen von zu Hause ist jedenfalls ein einschneidendes Erlebnis, sowohl für einen selbst als auch für die Eltern.

Gernot Blümel, ÖVP
Ich bin in Wien auf die Welt gekommen, in Niederösterreich aufgewachsen und nach dem Bundesheer zum Studieren nach Wien gezogen. In Wien habe ich beim Gürtel an der U6, beim Praterstern oder auch am Schwedenplatz gewohnt. Mittlerweile bin ich im 3. Bezirk heimisch geworden. Ich schätze dort vor allem die Nähe zum Wasser. Vor 15 Jahren gab es eine JVP-Kampagne zur Belebung des Donaukanals. Das war der Beginn der Donaukanal-Nutzung. Ähnlich wie dort damals schaut es heute am Handelskai aus. Daher möchte ich am Handelskai den Fokus auf Stadtentwicklung setzen, das würde sich für die Stadt Wien massiv auszahlen. Dort könnte man Hochhäuser bauen, Überplattungen und eine Kulturszene direkt am Wasser errichten.

Christoph Wiederkehr, NEOS
Der Auszug aus dem Elternhaus war für mich der Übergang zu einem neuen Lebensabschnitt hin zu mehr Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Ich bin mit 18 Jahren von zu Hause ausgezogen, was in mir ein großartiges Gefühl der Freiheit, aber auch der Eigenverantwortung ausgelöst hat. Auch wenn ich nur ein Jahr lang in dem Studentenheim in der Donaustadt gewohnt habe, möchte ich die Zeit dort nicht missen. Die Erfahrungen, die ich gesammelt habe - das Schließen neuer Bekannt- und Freundschaften und die Umstellung auf das Wohnen ohne Familie im gleichen Haushalt -, waren nicht nur eine sehr schöne und lustige Zeit, sondern haben zu meiner persönlichen Entwicklung ganz wesentlich beigetragen.

Heinz-Christian Strache, Team HC Strache
Ich war 18 Jahre und bin in die Wohnung meiner damaligen Freundin in den 16. Bezirk gezogen, wo diese gemeinsam mit ihrer Schwester gelebt hat. Das war auch für mich natürlich, wie für die meisten anderen jungen Erwachsenen, die diesen Schritt gehen, jene Zeit, in der man einerseits eine neue Unabhängigkeit und uneingeschränkte Freiheit entdeckt, aber auch mit der Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben konfrontiert ist. Mir als junger Mensch ist es damals ehrlich gesagt nicht immer leichtgefallen, Freunde und Partys mit der beruflichen Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Aber es hat es dann doch recht gut geklappt, weil wir meistens zuerst gemeinsam gelernt und dann gemeinsam gefeiert haben.

Kronen Zeitung

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