18.09.2020 17:52 |

Deal mit Pharmariesen

EU besiegelt Vertrag über 300 Millionen Impfdosen

Die EU-Kommission hat sich mit den beiden Pharmakonzernen Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) vertraglich auf die Lieferung eines möglichen Coronavirus-Impfstoffes geeinigt. Das Abkommen über die Lieferung von bis zu 300 Millionen Dosen wurde am Freitag besiegelt, wie Sanofi in Paris mitteilte. Vorausgesetzt, dass der Impfstoff nach der laufenden klinischen Testphase auch eine Zulassung erhält.

Die Zulassung könnte demnach „im ersten Halbjahr 2021 beantragt werden“. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Zuvor hatten der französische Sanofi-Konzern und die britische GSK mitgeteilt, dass eine Dosis des Impfstoffs weniger als zehn Euro kosten soll.

Impfstoff bis Jahresende in Testphase III
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärte dazu am Freitag, angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sei ein wirksamer Impfstoff wichtiger denn je. Mit dem neuen Vertrag würden die Chancen wachsen, dass Menschen in der Union und weltweit nach und nach ihr Alltagsleben wieder aufnehmen könnten. Der Impfstoff wird seit September getestet und soll bis Ende 2020 in die entscheidende Testphase III übergehen.

Impfung wird in Europa hergestellt
Sanofi sprach von einem „wichtigen Meilenstein beim Schutz der europäischen Bevölkerung“ vor der Lungenkrankheit Covid-19. Der Impfstoff soll demnach in allen EU-Ländern zur Verfügung stehen und in Produktionsstätten in Belgien, Italien, Deutschland und Frankreich hergestellt werden. Die Abnahmeverträge mit Vorauskasse sollen die Entwicklung und Massenproduktion der Impfstoffe beschleunigen.

USA investieren massiv in Forschung
Auch die USA investieren nach Angaben von Sanofi und GSK massiv in die Forschungskooperation. Die Regierung in Washington erhofft sich dadurch zunächst die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen und langfristig weitere 500 Millionen Dosen. Die EU hatte bereits einen Vertrag mit dem Hersteller AstraZeneca geschlossen und plant weitere mit anderen Unternehmen mit aussichtsreichen Impfstoff-Kandidaten.

Roche meldet Durchbruch bei Covid-Medikament
Der Schweizer Pharmakonzern Roche gab unterdessen bekannt, dass eines seiner Medikamente die Gefahr eines besonders schweren Verlaufs einer Corona-bedingten Lungenentzündung senkt. Eine Phase-III-Studie habe gezeigt, dass Patienten, die das Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) bekommen hätten, eine um 44 Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit hatten, an die Beatmungsmaschine angeschlossen werden zu müssen, als eine Vergleichsgruppe, die Placebos erhielt.

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