18.09.2020 10:24 |

„Gebärmuttersammler“

Hat US-Arzt Migrantinnen ungewollt sterilisiert?

Mit unfassbaren Vorwürfen hat eine Krankenschwester im US-Bundesstaat Georgia aufhorchen lassen: Sie berichtete, dass ein Arzt, der in einem Auffanglager in den USA arbeitete, Sterilisationen an Migrantinnen durchgeführt habe - ohne dass die Frauen davon überhaupt gewusst hätten. Eine Kollegin und mehrere Insassinnen bestätigen die Aussagen der Krankenschwester.

„Jede, die zu ihm geht, bekommt eine Hysterektomie - ziemlich jede“, heißt es in der Beschwerde, die Dawn Wooten bei der Ministeriumsaufsicht einreichte. „Das ist seine Spezialität, er ist der Gebärmuttersammler.“ Die grauenhaften Taten sollen sich im Irwin County Detention Center in Ocilla zugetragen haben.

20 Frauen sollen betroffen sein
Der Arzt soll die Gebärmütter der spanischsprachigen Frauen teilweise oder komplett entfernt haben. Die Betroffenen hätten allerdings nicht gewusst, was der Mediziner bei den Eingriffen überhaupt machen würde. Einige hatten sich laut der Zeugin mit starken Regelblutungen an den Gynäkologen gewandt. Es soll etwa 20 Opfer geben, so Wooten.

„Wie ein experimentelles Konzentrationslager"
„Als ich all diese Frauen traf, die Operationen gehabt hatten, dachte ich, es sei wie ein experimentelles Konzentrationslager“, berichtete eine der Insassinnen, die die Aussagen der Krankenschwester bestätigte. „Es war so, als experimentierten sie mit unseren Körpern.“ Eine weitere erzählte, der Arzt sei wütend gewesen, als sie sich weigerte, eine Gebärmutterentfernung an sich durchführen zu lassen.

Der beschuldigte Arzt bestreitet die Vorwürfe: In den vergangenen Jahren habe er insgesamt nur zwei oder drei solcher Eingriffe durchgeführt. Die Demokraten wollen nun eine Untersuchung in dem Fall - auch das mexikanische Außenministerium forderte eine Aufklärung.

Wooten arbeitete jahrelang als Krankenschwester in verschiedenen Gefängnissen. Als sie die Einrichtung in Irwin County wegen fehlender Maßnahmen gegen das Coronavirus kritisiert hatte, wurde sie allerdings gefeuert. Statt ihres Vollzeitjobs wurde ihr angeboten, lediglich ein paar Stunden monatlich auszuhelfen. Sie vermutet, dass an ihr ein Exempel statuiert wurde, um andere Kollegen einzuschüchtern.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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