In Bozen gibt es die zeitlich begrenzten autofreien Zonen vor rund der Hälfte der Volksschulen, "dort, wo es möglich und sinnvoll ist", wie Nives Fedel von der Stadtpolizei bei einem Workshop in Graz erläuterte. Was bereits 1989 als verkehrserzieherische Maßnahme von Politik und Polizei initiiert wurde, gilt mittlerweile als selbstverständlich und wird von Schülern, Eltern und Lehrkörper mitgetragen.
Die Beschwerden seien selten geworden, sinkende Unfallzahlen hätten überzeugt, so Fedel. In Konsequenz habe sich auch das Mobilitätsverhalten verändert: Nur jedes fünfte Kind wird mit dem Auto zur Schule gebracht, 24 Prozent kommen mit dem Rad und 45 Prozent zu Fuß. Karl Reiter von der FGM verweist auf eine Studie der CEHAPE Children Environment Health Actionplan for Europes nach Daten des Instituts für Umweltmedizin Wien 2005, der zufolge Kinder, die den Schulweg zu Fuß zurücklegen, um 23 Prozent weniger oft krank seien und auch psychisch wesentlich bessere Konstitution hätten. Wesentlich beim Bozener Modell ist die Einbindung der Schülerlotsen, die auch sogenante Schülerkarawanen von Sammelpunkten aus zur Schule begleiten.
Modellvorhaben in Andritz ins Auge gefasst
In Graz wurde, nachdem ein erstes Projekt in Eggenberg am Widerstand der Eltern gescheitert ist, ein Modellvorhaben in Andritz ins Auge gefasst. Dort befinden sich in der bereits für den Durchzugsverkehr gesperrten Prochaskagasse neben der Volksschule auch ein Hort, Kindergarten sowie Kinderkrippe. Von der Politik wird der Vorstoß wohlwollend gesehen, wobei das Einvernehmen mit Lehrern und Eltern vorausgesetzt wird.









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