17.09.2020 07:20 |

Heuer gute Ausbeute

Lager nach Ausfällen voll: Kartoffelernte im Sack

Die Kartoffelernte läuft in Kärnten auf Hochtouren. Nach zwei Jahren mit Ausfällen durch Käferplage und Dürre sind die Lager wieder gut gefüllt. Statt Import-Erdäpfeln aus Israel und Ägypten kann der Bedarf heuer mit heimischen Knollen gedeckt werden. Die Landwirte haben jedoch mit Tiefpreisen zu kämpfen.

Heimische Kartoffel-Bauern können nach schweren Ausfällen in den vergangenen Jahren wieder durchatmen. Wegen Dürre und Käferbefalls konnte der österreichische Markt 2019 erstmals nicht mit heimischen Erdäpfeln versorgt werden, Zehntausende Tonnen mussten aussortiert werden - Kartoffelbauern sahen sich sogar in ihrer Existenz bedroht.

Ernte läuft hervorragend
Jetzt geht es zum Glück wieder aufwärts, die Ernte läuft auf Hochtouren. „Trotz der starken Niederschläge sieht es gut aus“, zeigt sich Johannes Markut – mit 120 Hektar im Lavanttal Kärntens größter Kartoffelbauer – optimistisch. „Die Ernte ist beinahe fertig, wir sind positiv überrascht“, freut sich auch der Oberkärntner Produzent Franz Schaller-Anderwald. Wie Markut, setzt auch der Drautaler auf Anbau ohne Ackergift (Bericht Seite 21). Zwar gebe es auch heuer wieder Notzulassungen von Spritzmitteln (AGES-Register) – aber: „Unseres Wissens werden diese Mittel von den Kärntner Kartoffelbauern nicht verwendet“, heißt es seitens der Landwirtschaftskammer: „Wir erreichen sogar einen Selbstversorgungsgrad von über 80 Prozent.“ Und Kärnten entwickelt sich immer mehr zum Kartoffel-Land: Die Anbaufläche ist von 308 (2016) auf 458 Hektar (2020) gewachsen - 74 Hektar davon sind bereits Bio.

Die reiche Ernte bringt aber auch Nachteile mit sich: Statt mit Käfern kämpfen die Erdäpfelbauern jetzt mit Tiefpreisen. 2,99 Euro für einen Zehn-Kilo-Sack – „daran kann man nichts mehr verdienen“, seufzt Schaller-Anderwald.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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