Der Abschluss sieht auch vor, dass mit 1. Jänner 2011 ein neuer Gruppenpraxisgesamtvertrag abgeschlossen wird, unabhängig von Rechtsform der Praxis - inkludiert sind damit auch die seit 1. September möglichen Ärzte-GmbHs. Gruppenpraxen ab zwei Ärztinnen oder Ärzten haben mindestens 30 Stunden pro Woche geöffnet, ab drei Ärztinnen und Ärzten sind 40 Stunden vorgesehen - und zwar fünf Tage die Woche. Dazu kommt, dass es keine Urlaubssperre gibt. Aktuell hat Wien 50 derartige Zusammenschlüsse von Ärztinnen und Ärzten. Damit ist das "Ende der Fahnenstange" aber noch nicht erreicht. An die 40 weitere Gruppenpraxen befinden sich bereits in der "Pipeline".
Orientierung an Stadtentwicklung und Bevölkerungswachstum
Weiters haben sich Ärztekammer und WGKK darauf geeinigt, bis 2015 die Vertragsarztstellen so zu verteilen, wie es der künftigen Stadtentwicklung und dem Bevölkerungswachstum entspricht. Zusätzlich sieht ein gemeinsames Pilotprojekt - vorerst befristet auf zwei Jahre - erstmals einen Kostenzuschuss im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie vor. Gemeinsames Ziel ist es, in der Folge auch Kassenverträge für niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater zu vergeben.
Weniger Zettelwirtschaft für alle Beteiligten soll die sogenannte elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung (e-AUM) bringen - sprich: die Krankmeldung per E-Card. Für die Versicherten ist die Krankmeldung damit unbürokratisch und rasch erledigt. Der Einsatz des Systems wird schrittweise bis 2015 ausgebaut. Ab dann ist die Anwendung der elektronischen Krankmeldung verpflichtend. Weiters sieht der Abschluss vor, dass bei Nichtübernahme des Ordinationsstandorts der bisherige Arzt und sein Nachfolger über einen beschränkten Zeitraum parallel arbeiten können. Damit soll gewährleistet werden, dass es in jedem Fall zu einer kontinuierlichen medizinischen Betreuung bei Übergaben von Ordinationen kommt.
Ärzte, Krankenkasse und Politik zeigen sich zufrieden
Beide Seiten zeigten sich mit den Vereinbarungen ebenso zufrieden wie die Politik. Für den Vizepräsidenten der Wiener Ärztekammer, Johannes Steinhart, stellt das Ergebnis "unter den aktuellen Voraussetzung einen wirklich guten Kompromiss" dar. WGKK-Obfrau Ingrid Reischl unterstrich vor allem den breiten Einstieg bei den modernen Gruppenpraxen: "Wien baut damit seine Spitzenstellung in Österreich weiter aus. Wir sind das erste Bundesland, das das Gesetz zur Stärkung der ambulanten Versorgung in die Praxis umsetzt."









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