Medizinermangel:

Nur ein Arzt für 200 Patienten am Tag

Der Ärztemangel in Schwanenstadt spitzt sich weiter zu. Aus gesundheitlichen Gründen musste kürzlich auch Gemeindearzt Ulrich Atzelsdorfer seine Ordination schließen. Nun sind nur noch zwei Hausarztpraxen offen. Vor wenigen Jahren haben sich noch vier Mediziner um die insgesamt 10.000 Patienten aus der Stadt und den sieben Nachbarorten gekümmert.

Der Schwanenstädter Bürgermeister Karl Staudinger schlägt Alarm: „Unsere hausärztliche Versorgung ist akut gefährdet. Was zuletzt abging, war nicht mehr normal“, so der VP-Politiker. Urlaubsbedingt hatte kürzlich in der Stadt nur eine Ordination offen. Ein einziger Arzt musste an nur einem Tag 200 Patienten behandeln. „Am Vormittag waren es schon 120“, so Staudinger.

Ortschefs schlagen Alarm
Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Nachbarorte Schlatt, Oberndorf, Pitzenberg, Rutzenham, Pühret, Rüstorf und Redlham will er bei Ärztekammer und Gesundheitskasse auf die prekäre Situation aufmerksam machen. „Ihnen hat leider der Weitblick gefehlt. Die Pensionierung der Ärzte hat sich ja schon lange angebahnt“, kritisiert Staudinger. Nur der Rückzug von Gemeindearzt Ulrich Atzelsdorfer kam etwas überraschend. „Er hat aus gesundheitlichen Gründen zusperren müssen“, bedauert der Stadtchef den Abschied des Gemeindearztes.

Suche nach Lösungen
Mit den nun praktizierenden Medizinern wird er in einem Gespräch nach Lösungen suchen. Eine Variante wäre, dass sie sich den Job des Gemeindearztes teilen.

Starthilfe für neue Ärzte
Bei der Suche nach neuen Hausärzten hat sich die Schwanenstädter Stadtpolitik auf eine Starthilfe von 10.000 bis 12.000 Euro geeinigt. „Das größte Problem ist, dass die meisten Ärzte eine Hausapotheke haben wollen“, so Staudinger. Diese ist aber nur erlaubt, wenn im Umkreis von sechs Kilometern keine öffentliche Apotheke vorhanden ist.In Schwanenstadt gibt es aber auf rund 2,5 Quadratkilometern bereits zwei öffentliche Apotheken.

Mario Zeko/Kronen Zeitung

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Dienstag, 29. September 2020
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