06.09.2020 15:39 |

„Gelbe“ Maskenpflicht

Anschober: „Streit über Ampel versteht niemand“

Freitag ist „Ampel-Tag“ - und das wird auch so bleiben, genauso wie die Corona-Ampel selbst. Nach Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) dazu aufgerufen, Streit in Bezug auf die Ampelschaltung einzustellen. Dass in den gelb eingestuften Regionen die Begeisterung nicht überwiegt, könne er nachvollziehen, so Anschober, Streitereien darüber „versteht aber niemand“. Was die verschärfte „gelbe“ Maskenpflicht angeht, so kündigte der Minister an, die Erweiterung bis spätestens Freitag „rechtsverbindlich umgesetzt“ zu haben. Er appellierte aber, dies bereits vorher „freiwillig zu leben“.

Laut Anschober wird bis spätestens Freitag die Ausweitung des Mund-Nasen-Schutzes auf den gesamten Handel in den als „Gelb“ eingestuften Zonen - mit der ersten Ampelschaltung hat es die Großstädte Wien, Graz und Linz sowie den Tiroler Bezirk Kufstein getroffen - rechtsverbindlich umgesetzt. In den Schulen wurde dies der Aussendung zufolge bereits verankert - betroffen davon ist vorerst Wien, wo die Schule bereits an diesem Montag mit Maskenpflicht beginnt.

Minister appelliert, Maske bereits vorher freiwillig zu tragen
Allerdings appelliert der Minister an die Bewohner jener als gelb eingestuften Regionen, wo „das Aufzeigen eines mittleren Risikos“ sowie „zusätzliche Maßnahmen“ erforderlich gewesen seien, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes „möglichst bald freiwillig“ zu leben. Dies betrifft sowohl die Kunden von Geschäften - abgesehen von Supermärkten, Banken, Postfilialen oder Tankstellenshops, wo die Verpflichtung, eine Maske zu tragen, ohnehin österreichweit gilt - als auch das Servicepersonal in der Gastronomie.

Anschober will bald stärker regional differenzieren
Gerade in den kommenden Monaten der kälteren Jahreszeit und jahreszeitbedingten Infektionen werde die Herausforderung steigen: „Die Corona-Ampel wird uns dabei unterstützen“, glaubt Anschober. Die Schaltung habe am Freitag zum Auftakt gut funktioniert, die Durchführung einer virologischen Gesamtbewertung sei absolut richtig. Die Ampel sei aber kein statisches Projekt. Vor allem Pendlerströme und Tourismuseffekte würden in die Bewertung schrittweise noch stärker eingebaut. Zudem will der Minister regional stärker differenzieren - auch innerhalb von Bezirksgrenzen.

Streitereien über die Ampelschaltung könne er jedenfalls nicht nachvollziehen: „Wir brauchen Sachpolitik - auch in Wahlkampfzeiten. Nur gemeinsam schaffen wir es, Österreich weiterhin gut durch die weltweit schwerste Pandemie seit 100 Jahren zu bringen“, appellierte Anschober an Opposition und die „gelben“ Regionen, aus denen am Freitag postwendend Kritik gekommen war. Er verweist in der Aussendung darauf, „dass nur sehr wenige andere Industrieländer so wenige Todesfälle und schwere Erkrankungen durch Covid-19 zu verzeichnen haben wie Österreich“.

Bundeskanzler: „Die Ampel wird uns leiten“
Nach der teils heftigen Kritik an der Corona-Ampel versuchte auch Bundeskanzler Kurz die erhitzten Gemüter zu beruhigen: „Neues ist immer ungewohnt, und ich verstehe, dass das für betroffene Städte und Bezirke und deren Verantwortliche schwierig ist. Aber es ist notwendig und hilft uns, die Pandemie weiterhin erfolgreich zu bekämpfen. Deshalb werden wir an der Ampel festhalten“, richtet Kurz den Kritikern aus.

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