Heftige Proteste
USA: “Behinderte” trotz Zweifel an Schuld exekutiert
Lewis' Stieftochter verfolgte ebenso wie Angehörige der Opfer die Hinrichtung von einem Nebenraum aus. "Ich will, dass Kathy weiß, dass ich sie liebe und dass es mir sehr leid tut", sagte die Todeskandidatin, kurz bevor ihr der tödliche Cocktail verabreicht wurde. Sie starb am Donnerstagabend um 21.13 Uhr Ortszeit (3.13 Uhr MESZ).
Lewis bekannte sich 2003 schuldig, im Jahr zuvor den Mord an ihrem Ehemann und ihrem Stiefsohn in Auftrag gegeben zu haben, um an die Lebensversicherungspolizze im Wert von 250.000 Dollar (191.000 Euro) zu kommen. Die heute 41-Jährige habe durch sexuelle Gefälligkeiten und Manipulation zwei Männer davon überzeugt, die Morde zu begehen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Täter wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
IQ an der Schwelle zu geistigen Behinderung
Lewis' Anwalt, James E. Rocap, hatte angeführt, dass die Strafe im Lichte neuer Erkenntnisse zu hart sei. Seine Klientin verfüge über einen Intelligenzquotienten, der an der Schwelle zur geistigen Behinderung liege. Einer der Schützen habe später zugegeben, Lewis manipuliert zu haben, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. "Wenn sie nicht der geistige Urheber des Verbrechens war - und mittlerweile ist klar, dass sie das nicht war - ist es sehr ungerecht, sie zum Tode zu verurteilen, während die beiden Schützen mit lebenslangen Haftstrafen davonkamen", schrieb Rocap an den Gouverneur. Der Mann, den Rocap als "geistigen Vater der Tat" bezeichnet, nahm sich 2006 im Gefängnis das Leben.
Mehrere Dutzend Demonstranten protestierten während der Urteilsvollstreckung vor dem Gefängnis in Jarrat, berichtete die Zeitung "Richmond Times-Dispatch". Die Europäische Union hatte mehrfach versucht, die Hinrichtung aufzuhalten. Auch Prominente wie der Autor John Grisham sprachen sich gegen das Urteil aus. Als letztes Mahl wählte Teresa Lewis den Berichten zufolge Hendl und Kuchen.
Erste Hinrichtung einer Frau seit 2005
Die letzte Hinrichtung einer Frau in den USA fand im Jahr 2005 im US-Staat Texas statt. Die letzte Hinrichtung einer Frau in Virginia erfolgte im Jahr 1912. Unter den über 1.200 seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 in den USA hingerichteten Straftätern befanden sich nur elf Frauen. Von den über 3.200 Insassen der Todestrakte in US-Gefängnissen sind nur 53 Frauen.
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