Neue Zeugen

Vergewaltigung: Verurteilter erwirkt neue Verhandlung

Kärnten
21.09.2010 13:20
Wegen Vergewaltigung hat sich am Dienstag ein 35-Jähriger erneut am Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Der Mann wurde bereits im Jahr 2006 zu 27 Monaten Haft rechtskräftig verurteilt. Nun hat er eine Wiederaufnahme seines Falles erreicht. Er soll im Jänner 2005 seine damalige Lebensgefährtin in einem Auto in Slowenien vergewaltigt und anschließend bedroht haben. Der Mann beteuert nach wie vor seine Unschuld. Die Verhandlung wurde vertagt.

Staatsanwältin Gabriele Lutschounig berief sich am Dienstag erneut auf die Anklageschrift von 2005. Diesmal hat der Angeklagte in dem Schöffenverfahren mit Vorsitz von Richter Norbert Jenny seine Geschwister und Bekannte des Opfers als Zeugen aufgeboten, die seine Unschuld beweisen könnten. "Warum kommen Sie erst jetzt mit den Zeugen daher und nicht schon damals?" fragte Lutschounig. Der Mann erklärte, er habe damals seine Familie nicht in die Sache mit hineinziehen und alles alleine regeln wollen.

Das heute 44-jährige Opfer habe mit dem Angeklagten am Abend des 18. Jänner 2005 einen Ausflug ins benachbarte Slowenien gemacht. "Dort hat er das Auto auf einem Parkplatz abgestellt, zugesperrt und ist anschließend über mich hergefallen", so die Frau unter Tränen im Gerichtssaal. Die Anzeige erfolgte erst ein paar Monate später, im Mai 2005.

Aufzeichnungen von Vater sollen Unschuld beweisen
Der 35-Jährige beteuerte, er habe mit seiner damaligen Freundin zwar hin und wieder Ausflüge nach Slowenien gemacht, aber an jenem Tag habe er seinem Vater bei seiner Arbeit für den Eislaufverein am Längsee ausgeholfen. 

Daran habe er sich selbst nicht mehr erinnern können, erst die akribischen Aufzeichnungen seines mittlerweile verstorbenen Vaters hätten dies belegt. "Wenn mein Vater das so notiert hat, dann stimmt es auch", sagte der Angeklagte. Seine Geschwister bestätigten dies. Was er an dem Abend - nach 20 Uhr - anschließend noch gemacht hat, könne aber niemand sagen.

Angeklagter: Anzeige finanziell motiviert
Nach Ansicht des Angeklagten und seiner Familie sei die Anzeige der Ex-Freundin finanziell motiviert. Sie habe den Angeklagten und seine Familie immer wieder um Geld gebeten, von dem Prozess erwarte sie sich - bei einer Verurteilung - rund 25.000 Euro Schmerzensgeld. 

Vor Gericht erschienen auch ein Ex-Lebensgefährte und die zweite Frau eines Ex-Mannes des Opfers, die ebenfalls aussagten, die Frau habe stets finanzielle Probleme gehabt. Der Richter vertagte den Prozess, da die Staatsanwaltschaft die Anhörung weiterer Zeugen und ein kriminaltechnisches Gutachten der Aufzeichnungen des Vaters beantragte.

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