Rührende Szenen
Chile: Verschüttete Kumpel begehen Unabhängigkeitstag
Die seit mehr als einem Monat in einer Kupfer- und Goldmine eingeschlossenen Bergleute konnten die Feier über ein Videokabel, das zu ihnen in 700 Meter Tiefe hinuntergelassen wurde, live mitverfolgen. Durch eine der engen Versorgungsröhren waren ihnen auch Teigtaschen, eines der traditionellen Gerichte am Nationalfeiertag, in die Tiefe geschickt worden.
Auch Grillfleisch stand bei den Eingeschlossenen auf dem Speisezettel, genauso wie bei den meisten ihrer Landsleute. Nur der normalerweise dazugehörende Rotwein wurde den Eingeschlossenen vorenthalten - unter Tage gilt Alkoholverbot. Ein Trost: Für die Raucher gab es zumindest Zigaretten.
Dritte Rettungsbohrung hat begonnen
Zur Rettung der verschütteten Bergleute hat am Sonntag die Bohrung eines dritten Tunnels begonnen. "Wir konnten dem Beginn der Arbeiten des Bohrturms zusehen", sagte Präsident Sebastian Pinera bei einem Besuch der Mine.
Am Freitag hatten die 32 Chilenen und ein Bolivianer Freudentänze in der Tiefe aufgeführt, als die erste Rettungsbohrung zu ihnen vorstieß. In einem Video, das die Männer unter Tage aufnahmen, ist der Augenblick zu sehen, in dem der Bohrkopf durch das Gestein in den Werkstattraum bricht (siehe Infobox).
Röhre muss noch erweitert werden
Bei der Röhre, die mit einem Bohrer vom Typ Schramm T-130 bis in 630 Meter Tiefe gebohrt worden war, handelt es sich um eine Öffnung mit 30 Zentimetern Durchmesser. Die Röhre muss nun in einem zweiten Arbeitsgang in den kommenden Wochen auf etwa 70 Zentimeter erweitert werden. Dann können die seit dem 5. August verschütteten Bergleute einer nach dem anderen in einer Rettungskapsel an die Oberfläche gezogen werden.
Dies könnte eventuell doch wesentlich früher geschehen als bisher befürchtet. Chilenische Medien spekulierten bereits über eine Rettung noch im Oktober. Auch Bergbauminister Laurence Golborne gab sich optimistisch, sprach aber vorsichtshalber weiter von einer möglichen Rettung im November - wohl um keine falschen Hoffnungen zu schüren. Anfangs war eine Rettung erst kurz vor Weihnachten für möglich gehalten worden. "Ich weiß nicht genau wann, aber sie werden ganz bestimmt gerettet. Und was den Zeitpunkt anbelangt, so hoffen wir auf eine sehr schöne Überraschung", sagte Präsident Sebastian Pinera.
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