Nächste Präsidentin?

Weißes Haus sieht Sarah Palin als mögliche Kandidatin

Ausland
18.09.2010 11:36
Das Weiße Haus kann sich eine Kandidatur der erzkonservativen Republikanerin Sarah Palin bei den US-Präsidentschaftswahlen in zwei Jahren vorstellen. Regierungssprecher Robert Gibbs sagte am Freitag (Ortszeit) in Washington, Palin sei eine "beeindruckende Kraft" innerhalb der Republikanischen Partei. Die frühere Gouverneurin von Alaska, die 2008 an der Seite von John McCain als als Vizepräsidentschaftskandidatin für die Republikaner ins Rennen zog, schürte am Freitag Spekulation über ihre Ambitionen mit einem Besuch im Staat Iowa. Dort beginnen traditionell die Vorwahlen, in denen Republikaner und Demokraten ihre Kandidaten küren.

Gibbs vermutete, dass Palin mit ihrem Auftritt in Iowa das Feld für ihre Kandidatur bereiten wolle. "Man muss Unterstützung und eine Anhängerschaft sehr methodisch aufbauen", sagte der Sprecher von Präsident Barack Obama. "Normalerweise geht man in dieser Jahreszeit dahin, um einen Versuchsballon starten zu lassen."

Palin sagte dem TV-Sender Fox News, dass sie sich unter bestimmten Bedingungen eine Kandidatur vorstellen könnte. "Wenn die amerikanische Bevölkerung bereit ist für jemanden, der gewillt ist, aufzumischen und zu bewährten Wahrheiten zurückzukehren", dann könne sie sich als Kandidatin sehen, sagte die Politikerin. "Wenn es das beste für meine Familie und mein Land wäre, dann würde ich es natürlich probieren."

Führungsfigur der rechten Konservativen

Palin ist die Galionsfigur der unter dem Schlagwort "Tea Party" firmierenden Protestbewegung, die in den vergangenen Monaten als politisches Sammelbecken am rechten Rand der Republikaner starken Zulauf erhalten hat. Der Name lehnt sich an die sogenannte Boston Tea Party 1773 an, als die Bevölkerung gegen die Steuerpolitik der Kolonialmacht Großbritannien aufbegehrte. Drei Jahre später erreichten die USA ihre Unabhängigkeit. Die heutige Bewegung wirft US-Präsident Barack Obama, einem Demokraten, vor, er wolle in den USA den Sozialismus einführen, und kämpft unter anderem erbittert gegen die Anfang des Jahres in Kraft getretene Gesundheitsreform.
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