Wahl in Afghanistan

22 Tote bei Terrorangriffen der Taliban

Ausland
19.09.2010 10:27
Der Wahltag in Afghanistan wurde am Samstag von einer Welle der Gewalt überschattet. Nach Raketenangriffen der Taliban sind viele Todesopfer zu beklagen. Wie die NATO-Truppe ISAF am Sonntag mitteilte, wurden bei der Wahl am Vortag bei 485 Vorfällen insgesamt 22 Menschen getötet, darunter sieben Zivilisten, elf afghanische Sicherheitskräfte sowie vier NATO-Soldaten. Bei der Präsidentschaftswahl im August vergangenen Jahres hatte die NATO 479 Zwischenfälle gezählt. Damals kamen laut UNO-Angaben 57 Menschen ums Leben.

Die erste Rakete in Kabul schlug nach Polizeiangaben in der Nacht von Freitag auf Samstag auf dem Gelände des staatlichen Fernsehsenders RTA ein. Das RTA-Gelände liegt in der Nähe des Hauptquartiers der Internationalen Schutztruppe ISAF.

Angesichts der von Gewalt überschatteten Parlamentswahlen hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon den Mut und die Entschlossenheit der afghanischen Wähler gelobt. Wie ein Sprecher Bans am Samstag in New York weiter mitteilte, verurteilte der UN-Chef zugleich die Anschläge.

Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zollte den Afghanen Respekt, weil sie trotz der Gewalt zur Wahl gegangen seien. Er lobte den Einsatz der Internationalen Schutztruppe ISAF, die mit für den Schutz der Wahl gesorgt hatte, und sagte den Afghanen weitere Unterstützung zu. Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle würdigte den Mut der afghanischen Wähler ebenfalls. Er habe nach den bisherigen Erkenntnissen den Eindruck, "dass diese Wahl besser verlaufen ist als viele befürchtet haben", sagte Westerwelle.

Wichtiger Betrag zur Stabilisierung des Landes
Bereits zum zweiten Mal seit dem Sturz des Taliban-Regimes wählten die Afghanen ihre Volksvertreter. Insgesamt 2.500 Kandidaten, darunter über 400 Frauen, bewarben sich um 249 Sitze im Parlament, dem Wolesi Jirga (Haus des Volkes). Die Abstimmung gilt als wichtiger Test für die Stabilität des Landes.

Wahlbetrug sehr wahrscheinlich
Schon während der Wahl wurden Unstimmigkeiten bei der Abstimmung gemeldet. Ein Vertreter der Wahlbeschwerdekommission sagte der AFP, es seien zwei Fälle entdeckt worden, in denen die Tinte, mit der ein Finger der Wähler nach der Stimmabgabe gekennzeichnet wird, abwaschbar gewesen sei (Bild rechts). Die Unregelmäßigkeiten wurden demnach in zwei Wahlbüros in Kabul registriert. Zur Überwachung des Votums waren 300.000 Wahlbeobachter im Einsatz. Die Wähler mussten zur Stimmabgabe auch eine Wahlkarte mitbringen, die nach dem Votum gelocht wurde.

"Entscheidender Tag"
Der UNO-Sondergesandte in Afghanistan, Staffan de Mistura, sprach im Vorfeld von einem "entscheidenden Tag". Er hoffe, dass die Menschen ihren Mut zeigten und sich an der Parlamentswahl beteiligten. Ein Endergebnis des Votums soll nach Angaben der Wahlkommission am 31. Oktober vorliegen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
19.09.2010 10:27
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung