Gute Aussichten
1.200 Jobangebote für eingeschlossene Kumpel in Chile
Der Betreiber der Unglücksmine, die San-Esteban-Bergbaugesellschaft, hat nach dem Unglück Gläubigerschutz beantragt und erklärt, man könne selbst den eingeschlossenen Kumpeln keine Löhne mehr zahlen. Die Bergleute sind seit dem Einsturz der Mine bei San Jose am 5. August in 700 Metern Tiefe gefangen, werden über schmale Röhren mit Nahrung und Medikamenten versorgt und können per Videoschaltung Kontakt zur Außenwelt halten (Bild).
Das Leben an der Oberfläche geht unterdessen auch ohne die Verschütteten weiter. Viele der Angehörigen leben in Zelten auf dem Bergwerksgelände, während sie auf die Rettung der Bergleute warten. Deren Kollegen, die dem Unglück entkommen sind, bewerben sich bereits für neue Stellen. Bergbaufirmen haben mit etwa 200 von ihnen bereits entsprechende Gespräche geführt.
"Die 33 werden nicht ohne Arbeit dastehen"
Und auch die Verschütteten müssen sich nach ihrer Bergung keine Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen. "Die 33 werden nicht ohne Arbeit dastehen", verspricht Sara Morales, die Personalchefin des chilenischen Bergbauunternehmens Terra Services. Alleine ihr Unternehmen hat 80 Bewerbungen erhalten und wird 20 Stellen neu besetzen, so Morales.
Einige der Ehefrauen der eingeschlossenen Bergleute haben aber bereits angekündigt, dass sie nicht wollen, dass ihre Männer je wieder unter Tage fahren. Lila Ramirez, die mit dem 63-jährigen Mario Gomez verheiratet ist, stellte klar, dass ihre Ehe vorbei sei, wenn ihr Mann je wieder in einem Bergwerk arbeite.
Rettungsbohrungen in 300 Metern Tiefe angelangt
Wie indes bekannt wurde, könnten die ersten Rettungsbohrungen zu den Bergleuten möglicherweise bereits Anfang November fertiggestellt sein. "Im günstigsten Fall könnten wir sie in den ersten Novembertagen erreichen", sagte René Aguilar, Leiter der Bergungsarbeiten. Beide Rettungsbohrungen sind inzwischen in mehr als 300 Metern Tiefe angelangt.
Aguilar gab jedoch zu bedenken, dass die Rettungsschächte in einer zweiten Bohrung erweitert werden müssten, bevor die 33 Männer an die Oberfläche geholt werden könnten. Frühestens Anfang Dezember könnten die Kumpel dann wieder bei ihren Familien sein. Zuvor hatte es geheißen, dass die Männer bis Weihnachten geborgen werden sollten.
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