Um den getreuen Fans den Abschied zu erleichtern, haben die Entwickler jedoch noch einmal große Geschütze aufgefahren und das bewährte Gameplay an vielen Stellen optimiert und mit Neuerungen angereichert. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein kleiner Trupp von Spartanern, genannt Noble-Team, der der außerirdischen Invasion auf dem Planeten Reach entschlossen, aber – wie Kenner der Saga bereits wissen – zunächst vergebens entgegentritt.
Action zu Lande und in der Luft
Dass es dabei gewohnt actionreich, und zwar zu Lande und in der Luft, zur Sache geht, versteht sich von selbst. Erneut stellt Bungie dem Spieler einen stolzen Fuhrpark unterschiedlichster Vehikel zur Verfügung, um Brutes, Eliten, Grunts und Co zuzusetzen. Warthog-Jeep, Ghost-Bike oder Scorpion-Panzer sind nur einige der fahrbaren Untersätze, mit denen die Spartans über die Planetenoberfläche düsen. Für einen kurzen Abstecher dürfen sie sich sogar von dieser lösen und im Orbit dem Weltraumkampf frönen.
Neben neuen Fahrzeugen haben jedoch auch neue Waffen wie der Plasma-Repetierer, der Granaten-Werfer oder das Nadel-Gewehr den Weg ins Spiel gefunden. Darüber hinaus lässt sich die Rüstung mit Upgrades versehen, um etwa kurzzeitig sprinten zu können, sich in ein Schutzschild zu hüllen, unsichtbar zu werden oder mittels Jet-Pack in die Lüfte zu erheben.
Optisch aufpoliert
Die größte Änderung hat "Halo Reach" jedoch in Sachen Optik durchlaufen. Die Kritik der Fans, die Grafik in den Teilen zuvor sei zu steril, comicartig und mitunter "matschig" gewesen, dürften die Entwickler von Bungie beherzigt haben, sodass "Reach" nun düstererer, detailreicher und auch lebhafter als bislang erstrahlt. Letzteres ist unter anderem daran zu erkennen, dass immer wieder Zivilisten und auch das eine oder andere, mitunter sogar feindliche Wildtier den Weg der Spartans kreuzen.
Schwächelnde KI-Kameraden
Diese zählen übrigens leider nicht zu den hellsten Köpfen, was insbesondere zum Vorschein kommt, wenn Spieler und KI sich ihre Aufgaben teilen und gemeinsam agieren müssen. Überlässt man beim Fahren beispielsweise der KI das Schießen, kann man sicher sein, dass die Hälfte der Ziele unversehrt bleibt und die andere nur sehr allmählich in die Mangel genommen wird. Greift man hingegen selbst zum Geschütz und lässt den Kameraden ans Steuer, findet man sich im Straßengraben oder, schlimmer noch, tot am Boden eines Abgrunds wieder.
Umfangreicher Multiplayer
Glücklicherweise sind solche Momente jedoch rar. Wer sich daran stört, kann zudem auf den Koop-Modus ausweichen und mit bis zu drei (hoffentlich clevereren) Freunden die Kampagne durchleben - sowohl off- als auch online. Dort können Gamer neben diversen Deathmatch- oder Capture-the-Flag-Varianten auch im neuen Modus "Invasion" auf zunehmend größeren Karten um die Vorherrschaft zwischen Allianz und Spartans kämpfen oder im überarbeiteten "Feuergefecht" die in Wellen anrückenden Feinde abwehren.
Mit den erspielten Punkten lassen sich neue Rüstungsteile, aber beispielsweise auch Stimmsätze kaufen, um das Erscheinungsbild des eigenen Spartaners zu verändern. Im Schmiede-Modus dürfen zu guter Letzt selbst Multiplayer-Maps bearbeitet oder gar erstellt werden. Wasserfälle, Wiesen, Meere oder Berge können nach den eigenen Wünschen gestaltet, gespeichert und anschließend mit der Community geteilt werden.
Fazit: "Noble" geht die Welt zugrunde: "Halo Reach" erfindet das Gameplay-Rad zwar nicht neu, bietet aber ausreichend Neuerungen und Verbesserungen, um "Halo"-Fans nach dem eher schwächelnden "Halo ODST" mit gewohnt abwechslungsreicher Action-Kost zu begeistern und aufs Neue zu fesseln. "Reach" kann somit als das beste "Halo"-Spiel der Serie bezeichnet werden. Ob es auch tatsächlich das letzte aus dem Hause Bungie ist, bleibt abzuwarten - angesichts dieses fulminaten "Finales" hoffentlich nicht.
Plattform: Xbox 360
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 9/10
von Sebastian Räuchle
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