"144-Notruf NÖ"

Heuer weniger Anrufe, aber gleich viele Dispositionen

Niederösterreich
15.09.2010 15:33
Weniger Telefonate, aber gleich viele Dispositionen sind im ersten Halbjahr in der Einsatzleitstelle "144 - Notruf NÖ" eingegangen. Rund 835.000 Telefonate wurden im ersten Halbjahr 2010 geführt, 78.000 Notfalleinsätze und 335.000 Krankentransporte koordiniert. Gerade bei Letzteren sei die Zahl der Anrufe aber um rund ein Drittel zurückgegangen, sagte Geschäftsführer Thomas Pöchhacker am Mittwoch.

Zurückzuführen sei dies auf das elektronische Transport-Anmeldungssystem, das in den Landeskliniken implementiert wurde und auch in den Pflegeheimen installiert werden soll. Daten von Patienten werden so per Knopfdruck übermittelt, was den Disponenten in der Leitstelle und den Krankenhausbediensteten Arbeit erspart und auch mögliche Fehlerquellen minimiert. 2009 mussten für Krankentransporte rund 735.000 Telefonate geführt werden, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 233.000 nur etwa 32 Prozent davon. Aufs gesamte Jahr gerechnet erhofft man sich daher, etwa 40 Prozent der Anrufe einsparen zu können.

Sobotka: Derart dichtes Notfallsystem einzigartig in Europa
In den vier Leitstellen St. Pölten, Zwettl, Tulln und Baden nahmen die 127 Mitarbeiter 2010 bisher täglich rund 4.500 Anrufe entgegen, etwa 400 pro Schicht und Disponent. 1.860 Krankentransporte wurden durchschnittlich am Tag abgewickelt, der Notarzt fuhr rund 430 Mal aus. "Notruf NÖ ist das Markenzeichen des gesamten Notfallsystems in Niederösterreich geworden", so LHStv. Wolfgang Sobotka. Es gebe "keine einzige Region" in Europa mit einem derart dichten Notfallsystem, in besiedeltem Gebiet könnten 98 Prozent der Einsatzorte in weniger als 15 Minuten erreicht werden.

Die Leitstelle, die ihr Know-how bereits an zahlreiche andere Länder weitergegeben hat, wurde zweimal - 2009 und 2010 - als "Accredited Center of Excellence" ausgezeichnet und ist laut Sobotka die beste Leitstelle in Kontinentaleuropa und unter den 80 besten weltweit. "Großen Nutzen" ziehe man auch aus der Zusammenarbeit mit der Asfinag, die "Notruf NÖ" zum Lokalisieren der Unfälle Bilder aus Kameras zur Verfügung stelle. Hier bestehe aber durchaus noch Verbesserungsbedarf, hieß es vonseiten der Leitstelle. Viele Kameras seien etwa noch gar nicht zugänglich.

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