Für den diesjährigen Mobilitätspreis sei die zentrale Frage gewesen, wie man den Energieverbrauch verringern könne ohne die Mobilität einzuschränken. Das Siegerprojekt konzentriere sich darauf, für Gemeinden eine Gesamtenergiebilanz zu erstellen, mit Hilfe derer der ideale Standort für den Siedlungsbau ausgewählt werden könne, so Christian Gratzer vom VCÖ. Dafür müsse in den Siedlungen ein "Primärnetz" für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden, in dem die wichtigen Alltagswege zu Nahversorgern, Schulen und Kindergärten möglichst ohne Auto zurückgelegt werden können, sagte Hans Emrich von der Allander Firma.
Bei dem Energieausweis handle es sich um ein einfach zu bedienendes Excel-Tool, das gemeinsam mit der Stadtgemeinde Waidhofen an der Thaya entwickelt wurde. Königstetten im Bezirk Tulln sei die erste Gemeinde, die das umgesetzt habe. Die ersten 50, die diese Möglichkeit nutzen, werden vom Land mit rund 1.000 Euro gefördert, hieß es. Dies sei auch kostendeckend. 25 Kommunen hätten die Durchrechnung schon beantragt.
Sowohl für die Haushalte als auch die Wirtschaft und den Umweltschutz sei die Vermeidung von Verkehr eine der wichtigen Strategien, erklärte Landesrat Stephan Pernkopf. 40 Prozent der Autofahrten in Niederösterreich sind kürzer als fünf Kilometer, jede zwölfte Fahrt gar kürzer als ein Kilometer. Allein eine Einsparung von rund 1.000 Kilometern pro Pkw und Jahr würden dabei den Spritverbrauch um 110 Millionen Liter senken, die Haushalte um 130 Millionen Euro entlasten und 275.000 Tonnen CO2 einsparen.
Studien zufolge ist das Auto im Haushalt der größte Energiefresser. Laut VCÖ hat sogar ein Niedrigenergiehaus mit Auto einen höheren Energieverbrauch als ein Standardhaus ohne Auto. Wirklich energiesparend sei ein Niedrigenergiehaus also nur dann, wenn es ohne Kfz auskomme, meinte Gratzer. Nur fünf Prozent der Haushalte in Niederösterreich haben kein Auto. 49 Prozent besitzen einen, 35 Prozent zwei und elf Prozent gar drei oder mehr Pkw.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.