Container im Test

Anstieg bei E-Autos fordert Feuerwehren enorm

Wenn ein Elektro-Fahrzeug brennt, wird’s komplex für die Feuerwehren! Erst am 18. Juli legte ein E-Auto in Flammen vier Stunden lang den Pötschenpass lahm. Das Problem: Die Batterien könnten sich innerhalb von 72 Stunden immer wieder entzünden. In Oberösterreich wird derzeit ein spezieller Lösch-Container getestet.

Geht ein Fahrzeug mit einem Elektromotor in Flammen auf, bedeutet dies für die Feuerwehren meist stundenlange Arbeit. Denn: Ist das Feuer gelöscht, könnte sich der Akku innerhalb von 72 Stunden immer wieder entzünden. In Oberösterreich tüftelt man derzeit intensiv an Lösungen - steigt doch die Zahl der E-Autos im Bundesland stetig an. „Mit einem rund 5-prozentigen E-Pkw-Anteil bei Neuwagen ist Oberösterreich eines der führenden Bundesländer“, weiß Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner. In den nächsten Wochen soll es einen Runden Tisch zum Thema geben. Erste Ansätze sind schon zu erkennen. In einer Arbeitsgruppe hat man den Prototypen eines Lösch-Containers getestet, in dem man die Fahrzeuge nach dem Brand lagern und bei Bedarf mit 10.000 Liter Wasser fluten kann.

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Elektroautos haben zwar keine brennbare Flüssigkeit im Tank, aber dafür eine große Menge elektrischer Energie.

Günther Steinkellner, Infrastrukturlandesrat

Prototyp im Einsatz
Stationiert ist der Container bei der Feuerwehr Vöcklabruck, der Kopf dahinter ist Kommandant Klaus Aichmair: „Seit zwei Monaten testen wir den Container jetzt schon. Die Erfahrungen sind sehr gut“, erklärt er. Getestet wurde der Prototyp unter anderem am Erzberg. Beim Fahrzeugbrand am Pötschenpass kam er zum Einsatz. Das Problem nur: Der Behälter war zu diesem Zeitpunkt bei der rund 100 Kilometer entfernten Feuerwehr Ried gelagert – eine lange Anfahrtszeit also. „Der Plan ist, dass es in Zukunft mehrere Container in Oberösterreich gibt, die innerhalb einer Stunde zum Vorfallsort transportiert werden können. Das ist aber auch eine finanzielle Frage“, so Aichmair. Einen weiteren Aufwand stellt das Wasser, in dem die Autos gelagert werden, dar: „Das kann man natürlich nicht einfach wegschütten. Es muss erst von Entsorgungsunternehmen von den Schadstoffen getrennt werden“, erzählt der Kommandant.

Auch E-Bikes als Gefahr
Am Donnerstag stand in Enns ein E-Bike in Flammen, die Feuerwehr rückte aus. Zwar ein kleineres Ausmaß als bei Autos, der Akku musste aber auch in einem Wasserbehälter gelagert werden.

Lisa Stockhammer
Lisa Stockhammer
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