Wie krank ist das?

Zu viele Spitals-Betten, zu wenig Ärzte

Oberösterreich
11.09.2010 14:40
Oberösterreich leistet sich 7,4 Spitalsbetten je 1.000 Einwohner, der Bund 6,1 Betten – nur Japan und Südkorea haben mehr. Betten, egal ob belegt oder nicht, binden Ärzte in den Krankenhäusern. Während am Land erste Mangelerscheinungen auftreten, ist in den städtischen Regionen eine medizinische Überversorgung zu beobachten.

Wie berichtet, findet sich in Perg trotz zweimaliger Ausschreibung kein Arzt für eine freie Kassen-Stelle. Und in den kommenden Jahren wird die Versorgung in den Landgemeinden ausdünnen – Hausarzt ist für Mediziner kein Traumjob.

Doch gerade am Land tragen die Allgemeinmediziner die Last der Gesundheitsreformen mit. Seit die Spitäler nicht mehr danach bezahlt werden, wie lange Patienten im Bett liegen, sondern nach Leistung, sank die Aufenthaltsdauer von 8,2 auf 6,8 Tage. "Da werden viele Patienten entlassen, die noch nicht wirklich gesund sind und medizinisch versorgt werden müssen. Das bleibt dann an den Hausärzten hängen", sagen die niedergelassenen Doktoren.

Ärztekammer sieht Nachwuchsmangel
Bei der Ärztekammer sieht man es so: Ab dem Jahr 2019 kommt auf zwei in Pension gehende Mediziner ein Nachwuchsarzt. 65 Prozent der Ärzte im Land ob der Enns sind zwischen 1956 und 1965 geboren, der Nachwuchs fehlt.

von Markus Schütz, "OÖ Krone"
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