26.07.2020 09:30 |

Kitzbühel im Fokus

Luxus-Wohnen: Was macht Corona mit dem Preis?

Krisen bringen so manches langjähriges Preisgefüge durcheinander. Auch auf dem Luxus-Immobilienmarkt, wo Kitzbühel der begehrteste Hotspot ist? Engel & Völkers, ein mächtiger Mitspieler auf diesem Markt, jubelt trotz Corona über Spitzen-Quadratmeterpreise von 30.000 Euro und exklusive Villen um bis zu 30 Millionen Euro. Lokale Immobiliengrößen sind skeptischer.

„Von März bis Juni haben sich die Preise stabil gehalten“, resümiert man beim Hamburger Branchenriesen Engel & Völkers. Eine Erklärung dafür? „Das Bedürfnis nach privaten Rückzugsmöglichkeiten ist gestiegen und wir registrieren einen Trend zur Privatsphäre“, erkennt Maria Rauscher, zuständige Geschäftsführerin für die Alpenregion. Viele Kunden würden nun daheim arbeiten, das Eigenheim gewinne noch mehr an Bedeutung. Die Angebote des Immobilien-Unternehmens im Raum Kitzbühel untermauern den Sonderstatus des ganzen Bezirks. Dort kostete ein Einfamilienhaus im Vorjahr im Durchschnitt 1,33 Millionen Euro. Damit ist ein Kitzbüheler Haus 5,3 mal so viel wert wie ein Haus im Österreich-Schnitt.

Top-Kaufabschlüsse jenseits von 6 Mio. Euro
Generell liegt Tirol bei den Preisen für Luxusimmobilien bundesweit auf Rang eins: 6,62 Millionen Euro kostete jeweils ein Haus, wenn man nur die fünf teuersten Vertragsabschlüsse betrachtet. Da reicht nicht einmal Wien (5,95 Millionen Euro) heran. Salzburg (2,53 Millionen Euro) folgt mit ganz großem Respektabstand, geht aus den Daten des Immobilien-Netzwerks RE/MAX-Austria hervor.

Niveau ungebrochen
Die dortigen Experten glauben vor allem bei Wohnungen mit Freizeitwohnsitzwidmung an weiter steigende Preise in Hotspots wie Kitzbühel. „In der Stadt wurde die Marke von 10.000 Euro pro m² überschritten, außerhalb die 5000 Euro pro m²“, erklärt der regionale RE/MAX-Geschäftsführer Christian Pfurtscheller. Auch bei Engel & Völkers glaubt man an unverändert hohe Preise, denn die Nachfrage werde weiterhin das Angebot überflügeln. Der Renner: Chalets in Altholzoptik, gepaart mit topmodernen Elementen.

Längerfristige Folgen?
Der erfahrene lokale Branchenkenner Manfred Hagsteiner sieht die Zukunft aber nicht nur rosarot: „Wer glaubt, eine Krise wie Corona hinterlässt keine Spuren, der liegt falsch.“ Erst längerfristig würden sich die Folgen zeigen. Genannte Quadratmeterpreise von 30.000 Euro bei Eigentumswohnungen hält er für realitätsfern: „Der Plafond liegt derzeit eher bei 16.000 Euro.“ Sein Geschäft sieht Hagsteiner auch dadurch beeinträchtigt, dass der Tourismus generell leidet. „Genau diese Leute, die zuerst hier Urlaub machen und sich dann selbst eine Bleibe suchen, sind nämlich unsere Kundschaft.“

Andreas Moser
Andreas Moser
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