"Trauerspiel"

Miese Bahnstrecke Linz-Graz bremst Wirtschaft

Oberösterreich
10.09.2010 14:58
Mit der Bahn von Linz nach Graz – "ein Trauerspiel", wusste Grünen-Landesrat Rudi Anschober schon im Voraus, bevor er Freitag den Zug bestieg, um in Graz eine Allianz für eine vernünftige Bahnverbindung zu schmieden. Auf der Strecke liegt das am miesesten ausgebaute Teilstück der gesamten Verkehrsachse von der Ostsee zur Adria.

Das "Nadelöhr Europas" ist genau elf Kilometer lang und liegt zwischen Ardning und Spital am Pyhrn. Auf dem eingleisigen Abschnitt aus der Zeit der k.u.k. Monarchie sind höchstens 60 Stundenkilometer möglich, sodass dort nur sechs Züge pro Stunde fahren können – was nicht nur der Personenbeförderung so enge Grenzen setzt, dass die Verbindungen zwischen der zweit- und drittgrößten Landeshauptstadt Österreichs im Fahrplanbüchl nur je eine Viertelseite pro Richtung einnehmen und die Fahrten mit Umsteigen in Selzthal dreieinhalb Stunden dauern.

Industrie braucht Kapazitäten
Massive Engpässe gibt es auch im Güterverkehr: Die Voest transportiert über die Pyhrnstrecke 5,2 Millionen Tonnen pro Jahr, Magna befährt sie mit 54 Zügen pro Woche, und zahllose heimische Firmen brauchen sie für Exporte zum Adriahafen Koper, der von europaweiter Bedeutung ist. 

Anschober will daher auch die EU in seine geplante Allianz einbeziehen. Vor allem aber will er die betroffenen Gemeinden und Bundesländer sowie die Wirtschaft in Oberösterreich und der Steiermark dafür gewinnen, sich für die Bahnstrecke Linz-Graz einzusetzen: "Wir brauchen einen zeitgemäßen Steckenausbau und schnelle Direkt-Verbindungen."

Kronen Zeitung

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