Dreiköpfiges Team

Missbrauchsfälle: Vorarlberg richtet Kommission ein

Vorarlberg
10.09.2010 08:43
Vorarlberg richtet zur lückenlosen Aufarbeitung von Gewalt- und Missbrauchsfällen in Einrichtungen des Landes sowie zur Unterstützung der Opfer eine eigene Kommission ein. Nach Angaben der Landespressestelle sind bisher zehn solcher Fälle bekannt. "Dass Jugendliche und Kinder seelische, physische und sexuelle Gewalt erleiden mussten, ist traurig und beschämend", baten Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Soziallandesrätin Greti Schmid die Opfer um Verzeihung.

Der Vorarlberger Kommission gehören Ruth Rüdisser vom Institut für Sozialdienste, Psychiater Reinhard Haller und der frühere Leitende Staatsanwalt von Feldkirch, Franz Pflanzner, an. Man werde sich bei der Aufarbeitung an den Tiroler Richtlinien, wo bereits eine Kommission eingerichtet wurde, bzw. an den Richtlinien der kirchlichen Kommission orientieren, erklärten der Landeshauptmann und Schmid. Zudem strebe man eine länderübergreifende Vorgangsweise an. Dabei gehe es auch um die Themen Entschädigungszahlung und Therapiekosten, sagte Schmid.

Länderübergreifende Gespräche 
Laut Schmid standen in den Kontakten mit den Betroffenen immer wieder zwei Anliegen im Vordergrund. "Zum einen, dass ihre Berichte und Erfahrungen ernst genommen werden und zum anderen, dass Kindern und Jugendlichen heute und in Zukunft eine solche Behandlung nicht mehr widerfahren soll", sagte die Landesrätin. Um eine abgestimmte und einheitliche Form der Bewältigung und Aufarbeitung in allen Bundesländern zu gewährleisten, werden in den nächsten Wochen länderübergreifende Gespräche stattfinden, so Schmid. Diese würden in Kooperation mit der unabhängigen Opferbeauftragten der katholischen Kirche, Waltraud Klasnic, durchgeführt.

Gewalt in der Erziehung, wie sie die Betroffenen erlitten, soll in den privaten Einrichtungen der Jugendwohlfahrt nicht mehr vorkommen können, betonte Schmid. Daher würden diese Einrichtungen die Erfahrungen der Opfer zum Anlass nehmen, in Zusammenarbeit mit der Fachaufsicht des Landes ihre Vorkehrungen zum Schutz der Kinder zu überprüfen. Wer in der Vergangenheit Gewalt in Landeseinrichtungen erlebt habe, könne sich auch weiterhin an die Opferschutzstelle (Tel. 05522/84900) wenden, so die Landesrätin.

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