"Politik inoffiziell"

Ex-Hypo-Boss Kulterer bald wieder in Freiheit?

Kärnten
09.09.2010 10:32
Der frühere Hypo-Boss Wolfgang Kulterer verliert, seit er in Untersuchungshaft sitzt, einen Job nach dem anderen. Zuerst legte er den Vorstandsitz in der Stiftung von Ingrid Flick zurück, jetzt die Geschäftsführung samt Beteiligung in der "Agroeast" inklusive der Nebengesellschaften – die "Krone" berichtete. Der ratenweise Rückzug soll auch damit zu tun haben, dass so einer der Haftgründe wegfallen könnte: Ohne Job sei die Tatbegehungsgefahr hinfällig.

Laut Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker soll auch der Vorwurf der Fluchtgefahr zu entkräften sein: Sein Mandant habe dafür schlicht kein Geld. Der Erlös aus dem Verkauf seines Reiterguts am Muraunberg sei zur Abdeckung von Schulden draufgegangen.

Der größte Teil für Kredite, mit denen die verkauften Liegenschaften belastet gewesen seien. Der dritte Haftgrund, Verdunkelungsgefahr, soll nach sechs Wochen U-Haft wegfallen. Die nächste Haftprüfung für Kulterer dürfte spannend werden.

Landeschef Gerhard Dörfler hat inzwischen andere Verantwortliche für das Hypo-Desaster im Auge: Die Finanzmarktaufsicht des Bundes und die Rating Agenturen. "Alle haben der Hypo immer das beste Zeugnis ausgestellt", ärgert sich Dörfler. "Diese Instanzen haben versagt."

Auszug aus "Politik inoffiziell" von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

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