16.07.2020 20:05 |

Spektakuläre Aktion

Greenpeace „entert“ mit Gleitschirmen Tönnies-Dach

Spektakuläre Protestaktion: Mit motorisierten Gleitschirmen sind Greenpeace-Aktivisten am Donnerstag auf dem Dach des Tönnies-Fleischwerks Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen gelandet, wo sie ein Protestbanner anbrachten. In dem Schlachthof darf nach einer wochenlangen Corona-Zwangspause seit Donnerstag wieder geschlachtet werden. Den fliegenden Aktivisten drohen rechtliche Konsequenzen.

Die Demonstranten waren mit zwei motorisierten Gleitschirmen auf dem Dach des Gebäudes gelandet, wo sie ein 7 mal 14 Meter großes Banner entrollten. Darauf zu lesen: „Schluss mit dem Schweinesystem“. In dem Fleischwerk wurden am Donnerstag mit Genehmigung der zuständigen Behörden nach einem mehrwöchigen Produktionsstopp die Schlachtungen wieder aufgenommen.

Offenbar auch Kabel von Firmenlogo durchtrennt
Nach Polizeiangaben verbarrikadierten die Aktivisten eine Feuerleiter nach oben und schafften es so, ungehindert mit den motorisierten Gleitschirmfliegern wieder davonzufliegen. Auch ein Kabel zu dem sich drehenden Firmenlogo auf dem Dach der Werkshalle soll einer der beiden durchtrennt haben, wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf die Polizei berichtete. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot ausgerückt und das Gelände umstellt hatte, konnte den Aktivisten nur dabei zusehen, wie sie davonflogen.

Polizei prüft Verstöße gegen Luftverkehrsgesetz
Im Rahmen einer Fahndung griff die Polizei dann aber in der Nähe des Geländes zwei Männer und zwei Frauen auf. Bei ihnen seien unter anderem Fotoequipment und Klettergurte gefunden worden. Derzeit werde ermittelt, wer die Gleitschirme geflogen habe. Gegen die Männer und Frauen, die vernommen wurden, sei ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung eingeleitet worden. Zudem prüfen die Beamten Verstöße gegen das Luftverkehrsgesetz.

Hintergrund der Aktion: Greenpeace will mit seiner Aktion für einen „grundlegenden Wandel in der Fleischindustrie“ demonstrieren. Das „System Billigfleisch“ sei komplett krank und nicht nur für die Beschäftigten der Fleischindustrie in Corona-Zeiten ein Gesundheitsrisiko, sagte Dirk Zimmermann von Greenpeace.

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