Amtsmissbrauch und Unterdrückung eines Beweismittels: Zwei Vorwürfe, die einem jeden österreichischen Beamten in Angst versetzen. Genau diese harten Anklagepunkte lasteten auf den Schultern einer Innsbrucker Revierinspektorin (34) und ihres Postenkommandanten (50).
Die junge Beamtin, die laut eigenen Angaben sogar ein Studium der Rechtswissenschaften angefangen haben soll, bearbeitete Ende 2009 einen Suchtmittelfall. "Ich war total überfordert und kannte mich hinten und vorn nicht aus", gestand die Angeklagte, die seit zehn Jahren bei der Polizei arbeitet. "Auch heute kenne ich mich auf diesem Gebiet nicht aus." Also verwandelte sie den Drogenakt in ein Sachbeschädigungs-Delikt. "Case closed", würden die Amerikaner sagen…
Dem stellvertretenden Kommandanten fiel diese Malversation auf. Er drohte der Frau mit einer Anzeige. Sie meldete sich darauf bei ihrem Chef. "Wir haben entschieden, die Beweismittel in diesem Fall verschwinden zu lassen", so ihre Aussage. Drogen wurden ins Klo gespült, eine Pfeife in den Müll geschmissen. "Das stimmt nicht", sagte der Kommandant. "Ich habe der Beamtin nur geraten, die Beweismittel selbst zu verwahren."
Urteil: Schuldspruch für beide Angeklagten, je 9.000 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
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