09.07.2020 08:15 |

Erster positiver Test

Die Salzburger Festspiele in der Corona-Falle

Es war von Beginn an eine Gratwanderung: Die Salzburger Festspiele entschieden sich, trotz Corona ein Jubiläums-Festival abzuhalten - verkleinert und mit höchsten Sicherheitsauflagen. Am Mittwoch meldete die Festival-Leitung einen ersten Corona-Fall: Eine temporäre Mitarbeiterin ist infiziert. Fünf Kontaktpersonen wurden getestet: alle negativ. Der Betrieb sei nicht in Gefahr, heißt es.

„Wir haben mit derartigen Szenarien gerechnet“, betont Lukas Crepaz, der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele, dass die Festival-Leitung trotzdem Ruhe bewahre.

Anfang der Woche gab es schon die ersten unangenehme Vorboten: Die Mitarbeiterin aus dem administrativen Bereich notierte leichte Symptome in ihr Gesundheits- und Kontakttagebuch. Die Deutsche konnte zu ihrem Dienstantritt am 18. Juni zwar noch einen verpflichtenden negativen Test vorweisen, man entschied sich dann aber für höchste Vorsicht. Crepaz: „Wir haben eine interne Hotline eingerichtet, wo Ärzte Mitarbeiter direkt beraten.“ Am Mittwochnachmittag kam das ernüchternde Ergebnis: Der Corona-Test der Frau ist positiv.

Sofort liefen alle Vorkehrungen an: Aufgrund des Gesundheitstagebuches, das die Mitarbeiter und Künstler führen, konnten in kürzester Zeit fünf direkte Kontaktpersonen der Frau erhoben werden. Diese Kollegen waren länger als 15 Minuten in einem Abstand von weniger als zwei Metern im selben Raum.

Bewährungsprobe für Präventionskonzept
Die Mitarbeiterin war seit Montag nicht mehr im Festspielbezirk. Sie soll sich laut Festspielleitung schon in freiwillige Isolation begeben haben. Ihre Kontakte befinden sich zwei Wochen in Quarantäne. Noch am Mittwoch die gute Nachricht: Alle wurden negativ getestet.

Grundsätzlich sind alle Mitarbeiter in dem durchdachten Konzept der Festspiele in Gruppen - rot, orange und gelb - eingeteilt. Die infizierte Deutsche zählt zum orangen Bereich, das heißt, sie ist selbst nicht auf der Bühne aktiv, hat aber mitunter auch direkten Kontakt zu den Künstlern. Dazu kam es in einer so frühen Phase aber noch nicht.

„Höchste Transparenz ist uns wichtig“
Das Jubiläums-Festival sei nicht in Gefahr, heißt es. „Höchste Transparenz ist uns wichtig“, so Crepaz. An der Entscheidung, die Festspiele in der präsentierten Form durchzuziehen, ändere der Vorfall nichts.

Wer am Montagmittag (6. Juli) zwischen 13 und 13.30 Uhr dort war, soll sich dringend bei der Behörde melden (0662-8072-4810).

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
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