Konzept gefordert

Weiter warten auf einen Operationstermin

Salzburg
07.07.2020 07:05
Die Salzburger Landeskliniken (SALK) sind mit der Aufarbeitung verschobener Operationen beschäftigt. Spitalschef Paul Sungler rechnet mit einem Normalzustand auf den Wartelisten in drei Monaten. Die Arbeiterkammer vermisst ein Konzept.

Während der Corona-Krise kam es in Salzburgs Spitälern zu großen Verzögerungen bei den Operationen: Etwa 730 Eingriffe wurden verschoben, gut 280 abgesagt. Inzwischen sind die Kliniken damit beschäftigt, den Rückstau aufzuholen. „Wir haben schon in den ersten Wochen bis 5. Juni 140 Operationen nachgeholt. Bis wir auf den Wartelisten wieder den Vor-Corona-Stand erreichen, wird es noch gut drei Monate dauern“, sagt SALK-Geschäftsführer Paul Sungler.

Man könne gesetzlich keine längeren Operationszeiten anordnen, einige Ärzte hätten sich aber freiwillig dazu bereit erklärt, länger zu operieren. Mit den Betroffenen Patienten halte man regelmäßig Rücksprache, akute Schmerzpatienten werden vorgereiht, so Sungler. Gerade in der Orthopädie und der Traumatologie sind die Wartelisten mit bis zu 26 Wochen recht lang. Das Büro des Landes-Vize Christian Stöckl (ÖVP) will bis Ende der Woche konkrete Zahlen zu ausstehenden OPs auf den Tisch legen.

Ein krankenhausübergreifendes Konzept für den Abbau der unerledigt gebliebenen Operationen und Behandlungen fordert die Arbeiterkammer Salzburg nach Wiener Vorbild. Dort wurde der Rückstau mithilfe privater Spitäler bereits abgearbeitet. „Salzburg droht weiter in Richtung 2-Klassenmedizin abzurutschen“, warnt AK-Präsident Peter Eder und fordert von Stöckl transparentere Wartelisten. Die Auflistung würde derzeit nämlich nicht den rechtlichen Vorgaben entsprechen, so Eder.

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