Asfinag prüft

Neuer Autobahn-Anschluss soll Hall entlasten

Tirol
07.07.2020 17:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone
Die Stadt Hall hat ein Verkehrsproblem. Eine Lösung dafür hat sie jedoch noch nicht. Nach jahrelanger Suche liegt nun der Plan für einen Autobahn-Vollanschluss im Bereich Gewerbepark Mils am Tisch und seit einigen Tagen bei der Autobahngesellschaft Asfinag zur Prüfung. Der Weg bis zur möglichen Umsetzung ist lang – und könnte auch eine Sackgasse sein. Es gibt viele Hürden.

Mehr als 15 Jahre ist es her, dass erste Überlegungen zu einer Anschlussstelle bei Volders auftauchten. Seither nimmt zwar der Verkehr rund um Hall rasant zu, aber jedes Verkehrskonzept wurde ausgebremst. An Spitzentagen wälzen sich mehr als 20.000 Fahrzeuge über die Kreuzung am Unteren Stadtplatz, wo es zur Anschlussstelle Hall-Mitte geht. Zum Individualverkehr kommen immer mehr Lkw-Fahrten aus dem Gewerbepark Mils.

Bürger haben mehrere Projekte bewertet
Vor allem diese Fahrten möchte die Bevölkerung aus dem Stadtgebiet verbannen. Das zumindest war eine zentrale Forderung beim Bürgerbeteiligungsprozess, der im Vorjahr stattfand. Vier Varianten für einen möglichen Ausweg aus der Verkehrshölle legten Experten vor und wurden von der Bevölkerung diskutiert. Das Favoriten-Projekt mit einem neuen Autobahn-Vollanschluss beim Gewerbepark Mils liegt nun seit einigen Tagen bei der Asfinag zur Prüfung.

Erweiterte Analyse bis zum Jahreswechsel
„Frühestens zu Jahresende werden wir erste Aussagen treffen können, ob das Projekt machbar und sinnvoll ist“, erklärt Günter Fritz, Regionalleiter der Abteilung Projektentwicklung, auf Anfrage der „Krone“. Erweiterte strategische Analyse (ESA) nennt sich diese Prüfung. Und sie hat es in sich. Fritz: „Allein für die bauliche Machbarkeit müssen wir unzählige Aspekte bedenken. Dazu kommt die Frage nach den Auswirkungen auf die Natur.“ Die Devise lautet: Sauber arbeiten, um mögliche Einsprüche zu verhindern.

A 12 in diesem Bereich bereits sehr belastet
Welche Chancen das Projekt auf Realisierung hat, dazu möchte Fritz im Vorfeld keine Aussage treffen. Doch er gibt zu bedenken, dass die A 12 rund um Hall zu den am meisten belasteten Autobahnabschnitten Österreichs gehört. „Mit großen Morgen- und Abendspitzen und dem zusätzlichen Transit. Es wäre auf jeden Fall eine große Herausforderung, dort so ein Projekt zu realisieren.“ Ob es so weit kommt? Ende 2020 könnte Klarheit herrschen. Die Umsetzung würde zehn bis 15 Jahre dauern.

Doch was, wenn die Asfinag „Nein“ sagt? Halls Bürgermeisterin Eva Maria Posch, Obfrau des Planungsverbands mit den Nachbargemeinden, will darüber nicht sprechen: „Die Bevölkerung möchte diesen Anschluss. Wir warten jetzt ab, was die Asfinag dazu sagt.“

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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