23.06.2020 12:00 |

1,8 Mio. Euro Schaden

Fünf Jahre Haft für Großbetrug mit Immobilien

Sein Auftreten war so seriös, dass sogar ein Banker sein Erspartes investierte - und wie elf andere Opfer durch die Finger schaute: Ein Innsbrucker (54) wurde am Landesgericht wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges bei Immobiliengeschäften zu fünf Jahren Haft verurteilt. Schaden: rund 1,8 Millionen Euro.

Der korpulente Mann mit dem schütteren grauen Haar auf dem Anklagesessel wirkte nicht wie ein eiskalter Großbetrüger – eher geläutert und zudem geständig nach elfmonatiger U-Haft. 20 Kilo hatte er im Gefängnis verloren. Als er von seinem Domizil nahe des Gardasees heimgekehrt war, klickten die Handschellen.

12 Personen mit Geschäften überlistet
Der Staatsanwalt schilderte, wie der Angeklagte über neun Jahre Investoren getäuscht hatte. Zwölf Opfer fielen auf teils irrwitzige Gewinnversprechen mit Immobiliengeschäften herein. So war z.B. von einer Verdoppelung von 20.000 Euro binnen drei Monaten die Rede.

Immer wieder behauptete der 54-Jährige, er brauche eine kleinere Summe Geld, um in London oder Dubai an große Summen heranzukommen. „Da ging es teilweise um Milliardenbeträge. Am Ende wurde aber in all den Jahren kein einziges Projekt verwirklicht“, betonte der Staatsanwalt.

Die Hinhaltetaktik in Perfektion betrieben
Erschwerend: Selbst als eine erste Anklage gegen den 54-Jährigen eingebracht wurde, „wurstelte“ dieser weiter. Am Rande des Prozesses schilderte eines der Opfer, ein Banker: „Er hat es blendend verstanden, uns immer wieder hinzuhalten und war früher angeblich an der Wall Street tätig.“

Ob der Angeklagte von Anfang an einen Betrug im Sinn hatte, vermochte der Banker nicht zu sagen: „Ich denke fast, er hat zu 50 Prozent selbst dran geglaubt.“

Von fünf auf einen Prozesstag reduziert
Als Zeugen brauchten die Opfer aber nicht mehr aufzutreten, zu eindeutig war das Geständnis. „Sie haben dem Gericht damit einigen Aufwand erspart“, gestand ihm Richterin Helga Moser zu. Statt fünf Prozesstagen brauchte es so nur einen.

Nur kleiner Teil des Geldes sichergestellt
Sichergestellte 175.000 Euro zog der Staat ein. Wo der Rest ist und ob die Geschädigten im Zivilrechtsweg jemals etwas davon wiedersehen, ist zweifelhaft. Der bisher Unbescholtene muss für den schweren gewerbsmäßigen Betrug für fünf Jahre ins Gefängnis, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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