17.06.2020 21:58 |

Kinderschänder-Prozess

Vater zahlte seinen Kindern für Missbrauch

Was Staatsanwältin Lisa Kuschinsky in der Anklage gegen einen 37-jährigen Kärntner auflistet, macht sprachlos. Nicht nur ob der Brutalität, mit der der Vater seine Kinder gequält und missbraucht hat. Sondern auch ob der Umstände - denn offenbar wurde das Jugendamt informiert, unternahm aber nichts.

Geschändet.

Gequält.

Erniedrigt.

Schon im Volksschulalter mussten die beiden Kinder Schlimmes über sich ergehen lassen. Der eigene Vater vergriff sich an ihnen - er missbrauchte das Mädchen auch sexuell.

„50 Euro für zehn Minuten“
„Sie wollte Geld für eine Italienreise“, sagt er beim Prozess vor Richter Gernot Kugi weinerlich. „Das hat sie sich verdient.“ Mit Oralsex am Vater, den der Kinderschänder auch noch mit seinem Handy filmte. Daneben lief die Stoppuhr. „50 Euro für zehn Minuten.“

Es gab viele solcher Übergriffe. Über Jahre hinweg. „2015 ging eine Gefährdungsmeldung an das Jugendamt“, sagt Anklägerin Kuschinsky. Das Gericht hakt nach: „Und warum ist nichts passiert?“ Das muss dringend geklärt werden - wieviel Leid hätte man den Geschwistern ersparen können!

„Sie haben ihr Leben zerstört“, sagt der Beisitzer. Zumindest zeigt sich der Vater geständig, was in Missbrauchsfällen selten ist, die Opfer aber vor einem langen Prozess bewahrt. Das Urteil fällt rasch: neun Jahre Haft, der Angeklagte stimmt zu, die Staatsanwaltschaft denkt nach - die Höchststrafe beträgt 15 Jahre.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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