15.05.2020 16:29 |

Corona-Ausfall

Bregenzer Festspiele: Saison 2020 abgesagt!

In der Kulturszene ist der nächste Corona-bedingte Ausfall zu verzeichnen. Wie am Freitag bekannt gegeben wurde, sagen die Bregenzer Festspiele die komplette Saison 2020 ab. In Salzburg hofft man unterdessen auf die Lockerungen bei Kulturveranstaltungen. In einer ersten Stellungnahme aus der Mozartstadt auf die Ankündigung von Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober hieß es: „Modifizierte Festspiele scheinen möglich.“ Zuvor hatte man angekündigt, dass die Festspiele in einer deutlich abgespeckten Form stattfinden sollen.

Die Bregenzer Festspiele werden aufgrund der Absage heuer zum ersten Mal seit ihrer Gründung im Jahr 1946 nicht stattfinden. „Ich muss feststellen, dass mit der Verlautbarung von heute, den neuen behördlichen Auflagen, die für den Sommer gelten, die Bregenzer Festspielsaison 2020 abgesagt ist“, sagte Festspielpräsident Hans-Peter Metzler in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Für Vorstellungen ab 1. August sind nicht mehr als 1000 Zuschauer erlaubt - die Bregenzer Seebühne fasst knapp 7000 Gäste.

„Wirtschaftlich nicht machbar“
Metzler sprach von einem einmaligen, außerordentlichen „und für uns traurigen Moment“. Der kaufmännische Direktor Michael Diem erklärte, dass die Bregenzer Festspiele mit 1000 Gästen auf der Seebühne „wirtschaftlich nicht machbar sind“. Intendantin Elisabeth Sobotka kündigte an, dass die Bregenzer Festspiele ohne die Aufführungen auf der Seebühne - „das Herz der Festspiele“ - nicht denkbar seien. Man werde 2021 wie für heuer geplant sowohl „Rigoletto“ auf dem See als auch „Nero“ im Festspielhaus zur Aufführung bringen.

Für die Vorarlberger Tourismusbranche sei die Absage der Bregenzer Festspiele ein „herber Schlag“, so Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus. Acht bis zehn Prozent der Urlauber besuchen Vorarlberg explizit wegen einer Kulturveranstaltung. Gibt es keine Festspiele, keine Schubertiade usw., könnten bei 1,3 Millionen Gästen im Sommer also bis zu 130.000 Urlauber fehlen.

Optimismus in Salzburg
In Salzburg ist man deutlich optimistischer. „Die Festspiele freuen sich, dass dadurch nach langen Wochen ohne Live-Erlebnisse Künstlerinnen und Künstler das Publikum wieder zu gemeinsamen Kunsterlebnissen einladen können“, hieß es aus Salzburg. Allerdings treffe das Sprichwort „Der Teufel steckt im Detail“ auf die jetzige Situation besonders zu.

„Auftritte von Orchestern und Chören klären“
„Es muss insbesondere geklärt werden, unter welchen Bedingungen szenische Proben und Auftritte von Orchestern und Chören ermöglicht werden“, informierte das Direktorium der Salzburger Festspiele, dem Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser und der Kaufmännischer Direktor Lukas Crepaz angehören.

Sicher sei aber, dass es aufgrund der neuen Gesundheitsvorschriften die Festspiele nicht in dem programmatischen und zeitlichen Umfang, wie vor Ausbruch der Pandemie vorgesehen, geben könne. „Die Festspiele werden daher am 25. Mai 2020 dem Kuratorium eine Alternative für dieses extrem fordernde Jahr vorlegen. Modifizierte Festspiele scheinen möglich.“ Das neu zusammengestellte Programm für diesen Sommer soll im Juni veröffentlicht werden. Details zum weiteren Prozedere der bereits erworbenen Karten werden laut der Aussendung in Kürze an alle Kunden kommuniziert sowie auf der Website der Salzburger Festspiele bekannt gegeben.

Haslauer: „Keine lex specialis für die Festspiele“
Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hatte am Freitag nach der Landeshauptleutekonferenz in Linz betont, ihm sei wichtig gewesen, dass es keine „lex specialis“ für die Festspiele gegeben habe. Aber mit der am Freitag präsentierten Regelung, dass ab August Veranstaltung für bis zu 500 Leute bzw. mit Sicherheitskonzept für bis zu 1000 Leute möglich sind, sieht man in Salzburg offenbar Perspektiven. „Es wird Festspiele geben im August“, kündigte Haslauer an, „wir werden ein kleineres Programm für August konzipieren.“

Details hoffe er, Ende Mai vorstellen zu können. Klar sei aber, dass das große Jubiläumsprogramm erst 2021 stattfinden werde. Wie auch bei anderen Kulturveranstaltungen müsse das Programm „kulturell und künstlerisch sinnvoll und ökonomisch darstellbar sein“, betonte Haslauer. Ein Programmpunkt dürfte aber bereits fix sein, denn: „Der ‘Jedermann‘ gehört zu Salzburg wie das Amen im Gebet“, so der Landeshauptmann.

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