Skandal-Deponie

Heimischer Müll still und heimlich in Tschechien entsorgt

Niederösterreich
13.08.2010 17:26
Für große Skandal-Schlagzeilen bei unseren Nachbarn in Tschechien sorgen derzeit zwei niederösterreichische Unternehmer. Grund: Die Firmen sollen auf einem aufgelassenen Militärareal, das sie gepachtet haben, illegal Berge von Müll deponiert haben. Nach Hinweisen und einer Observierung schlugen die Behörden zu.

Das "Geschäft" mit Müll boomt, aufgrund von Entsorgungskosten ab 80 Euro aufwärts pro Tonne suchen viele Firmen nach günstigeren Lösungen – und überschreiten damit oftmals die Grenze zur Illegalität. Wie offenbar auch jene niederösterreichischen Firmen, die nun in Tschechien in Ungnade gefallen sind: Die heimischen Unternehmer sollen in Hrabetice (Grafendorf) ein aufgelassenes, gepachtetes Kasernenareal zu einer Mülldeponie umfunktioniert haben - ohne die dafür notwendigen Genehmigungen.

Polizei legte sich auf die Lauer - und schlug zu
Nach zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung wegen störenden, nächtlichen Lkw-Verkehrs und daraufhin folgenden Observierungen flogen die offenbar dubiosen Machenschaften jetzt auf: Zwei Lieferungen wurden von den auf der Lauer liegenden Polizeibeamten in den frühen Morgenstunden abgefangen.

Sofort setzte sich Tschechien mit dem heimischen Umweltministerium in Verbindung – der Müll muss zurück nach Österreich. "Jetzt werden wir natürlich darauf schauen, dass der Unrat gesetzeskonform entsorgt und deponiert wird", heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann Erwin Pröll. Der Bürgermeister von Hrabetice poltert: "Wir lassen aus unserem Land sicher keine Mülldeponie machen."

von Klaus Loibnegger und Lukas Lusetzky, Kronen Zeitung
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