Fr, 20. Juli 2018

Blühende Geschäfte

13.08.2010 11:10

Trotz Finanzkrise: Mafia bleibt größte "Firma" von Italien

Die Mafia ist auch in Krisenzeiten Italiens stärkstes Unternehmen. Das organisierte Verbrechen erwirtschaftet jährlich 90 Milliarden Euro, was sieben Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Das geht aus einem Bericht des Handelsverbandes "Confesercenti" hervor. Das Hauptgeschäft machen Drogenhandel, Wucher und Erpressungen aus, die den Clans jährlich 40 Milliarden Euro einbringen.

Die reichste Mafia-Organisation ist die kalabresische 'Ndrangheta, die mit ihren kriminellen Geschäften 2009 einen Umsatz von 44 Milliarden Euro generierte, knapp drei Prozent des BIP. Diese Schätzung hat der Staatsanwalt von Reggio Calabria, Nicola Gratteri, in seinem neuen Buch "La Malapianta" veröffentlicht. Das Geld stamme vor allem aus dem Drogenhandel, so der Autor, der zu den angesehensten Experten zählt. Die kalabresische Mafia verdiene damit jährlich so viel, wie Estland und Slowenien zusammen erwirtschafteten.

Beste Verbindungen zu legalen Unternehmen
"Von der Nahrungsmittelindustrie über den Tourismus, bis zur Immobilien- und Finanzbranche, die organisierte Kriminalität konsolidiert sich in allen wirtschaftlichen Bereichen des Landes", heißt es in dem Report. Aufgezeigt werden auch Verbindungen zwischen italienischen Konzernen, vor allem jenen, die im Infrastrukturbereich aktiv sind, und der Mafia. "Viele dieser Unternehmen bevorzugen es, mit der Mafia eine Einigung zu finden, statt deren Erpressungen anzuzeigen", wird in dem Dossier festgestellt.

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