Bald mehr Züge?

Millionenteurer Bahnhof ist meist menschenleer

Niederösterreich
10.08.2010 17:57
An einen Bau der Schildbürger erinnert der für stolze drei Millionen Euro sanierte „Stadt-Bahnhof“ von Tulln. Denn die ÖBB-Luxushaltestelle im Zentrum der Rosenstadt ist zwar topmodern – aber zumeist menschenleer. Die Erklärung: Die meisten Züge bleiben im alten Hauptbahnhof und nicht in der City stehen.

Prinzipiell sollte der renovierte Bahnhof eine bessere Verbindung zwischen Wien und St. Pölten bringen. Doch derzeit rattern fast nur Güterzüge durch Tulln. Wer nach Wien will, muss per Bus oder Taxi zum guten alten Hauptbahnhof – in dem 1890 Egon Schiele geboren wurde – fahren. Regionalzüge bleiben dort und nicht beim neuen „Glas- und Chrompalast“ samt modernstem Behindertenaufzug stehen. 

Erst nach einem ORF-Bericht beschloss man in der ÖBB-Zentrale, ab September neun neue Verbindungen zu installieren. Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk fordert, „dass die Züge wieder bis in die Stadt und in der künftigen Universitätsstadt auch länger fahren. Derzeit geht der letzte Zug nach Wien um 21.28 Uhr.“ 

von Christoph Matzl, Kronen Zeitung 

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