Mi, 22. August 2018

Willi: 'Witz-Vertrag'

07.08.2010 16:17

Grundstücksdeal der AG Biberwier erregt Gemüter

Ein vermutlich einzigartiger Grundstücksdeal erschüttert Biberwier: Im Jahr 2008 hat die Agrargemeinschaft 80.000 Quadratmeter für einen Hotelbau um 4,50 Euro je Meter verkauft. Geld gab es dafür bis heute noch keines. Tirols Grünen-Chef Georg Willi sieht politische Hintergründe: "Das ganze Projekt und der Vertrag sind ein Paradebeispiel für ÖVP-Machtmissbrauch."

Seit Jahren träumt Biberwier von dem Hotelprojekt. Dafür verkaufte die Agrargemeinschaft einer Hotelerrichtungsgesellschft mit Geschäftsführer Luigi Marcati die 80.000 Quadratmeter Baugrund für einen Beherbungsbetrieb um 4,50 Euro je Meter. Geld gab es dafür bis heute keines, denn im Vertrag wurde festgehalten, dass die erste der 20 Raten erst bei Baubeginn fällig ist. Dennoch könne der Käufer auch vor Zahlung des Kaufpreises ins Grundbuch gehen. Fachleute sind der Meinung, dass das Grundstück vom derzeitigen Besitzer jederzeit beliebig weiterverkauft werden kann.

Ein Geschäft, bei dem Bürgermeister und Agrarobmann sich auf einen Vollversammlungsbeschluss berufen. Bei etlichen Agrargemeinschaftsmitgliedern, die sich an eine Zustimmung für diesen Vertrag nicht erinnern können, stößt das aber auf großes Befremden.

Willi: "Das ist ein Witz-Vertrag"
Und bei den Tiroler Grünen lässt es die Zornesadern anschwellen. "Das Projekt Hoteldorf am Weißensee mit 556 Betten ist ein weiteres Paradebeispiel für den ÖVP-Machtmissbrauch in Tirol. Nur durch das Zusammenspiel von Raumordnungsabteilung und Agrarbehörde wurde es möglich, dass dieses Riesenprojekt genehmigt wurde und die Agrarbehörde diesen Witz-Vertrag auch noch abgesegnet hat", schäumt Willi.

Das Verhalten der Behörde kurz vor den Landtagswahlen 2008 weise klar auf politische Einflussnahme der damaligen VP-Landesrätin Anna Hosp hin. "Wer unterschreibt sonst einen Vertrag, bei dem der Preis ein absoluter Witz ist, bei dem die Zahlungskonditionen ein schlechter Witz sind und wo jetzt jemand im Grundbuch steht, der noch nichts bezahlt hat. So viel Dummheit auf einmal ist nur schwer vorstellbar. Lachender Dritter dabei ist der neue Grundbesitzer und Biberwier hat noch immer kein Hoteldorf", so Willi abschließend.

von Werner Kriess, Tiroler Krone

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen
Die „Krone“ vor Ort
Gruselig! Nur Polizei bei Salzburgs Geister-Hit
Fußball International
Das Vertrauen lebt
Deutschland macht mit Löw und Bierhoff weiter
Fußball International
Champions-League-Quali
0:0! Nun wartet auf Red Bull Salzburg ein Endspiel
Fußball National
Anklage fallengelassen
Hillsborough-Katastrophe: Polizist entlastet!
Fußball International
Kein Platz in Madrid
Real-Youngster Ödegaard geht zu Vitesse Arnheim!
Fußball International
Aus und vorbei
Thomas Doll nicht mehr Trainer von Ferencvaros
Fußball International
Franz Lederer gefeuert
Robert Almer neuer Sportdirektor bei Mattersburg!
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.