Hilfe für 18-Jährige

Verstümmelte Afghanin Aisha wird in den USA operiert

Ausland
07.08.2010 08:59
Hilfe für die 18-jährige Aisha aus Afghanistan, deren Bild auf der Titelseite des US-Magazins "Time" prangt: Die junge Frau, der nach eigenen Angaben von ihrem islamistischen Ehemann die Nase abgeschnitten wurde, soll in einem Krankenhaus in Los Angeles behandelt werden, wie die Grossman-Burn-Stiftung am Freitag mitteilte.

Die Operation sei ein Geschenk des Chirurgieprofessors Peter Grossman und der Belegschaft des Grossman Burn Center, sagte die Vorsitzende der Stiftung, Rebecca J. Grossman. Wann der Eingriff stattfinden soll, wurde nicht mitgeteilt. Die Grossman-Burn-Stiftung setzt sich für misshandelte Frauen und Kinder ein. In ihrer Erklärung verwies sie darauf, dass laut UNO-Angaben fast 90 Prozent der afghanischen Frauen unter häuslicher Gewalt zu leiden hätten. "Aisha ist nur ein Beispiel von Tausenden jungen Mädchen und Frauen in Afghanistan und in der Welt", hieß es in der Erklärung.

"Was geschieht, wenn wir Afghanistan verlassen"
Anfang des Monats hatte das "Time"-Magazin auf seinem Titelblatt das Bild der verstümmelten Aisha mit der Frage "Was geschieht, wenn wir Afghanistan verlassen" versehen. In dem Heft wurde das Martyrium der jungen Afghanin geschildert, die mit einem Taliban in der südafghanischen Provinz Uruzgan verheiratet war. Dieser habe ihr Nase und Ohren abgeschnitten, weil sie von zu Hause weggelaufen sei. Die junge Frau habe schließlich Schutz bei der US-Armee und der Organisation Frauen für afghanische Frauen gefunden.

Chefredakteur weist Kritik zurück
Kritiker warfen der "Time"-Redaktion vor, mit einem schockierenden Bild den US-Einsatz in Afghanistan rechtfertigen zu wollen. Chefredakteur Richard Stengel wies den Vorwurf zurück. In einem Leitartikel schrieb er, Aisha habe für das Titelbild posieren wollen, "weil sie wollte, dass die Welt die Folgen einer Stärkung der Taliban in Afghanistan für Frauen sieht". Die afghanische Regierung unter Präsident Hamid Karzai hat sich bereiterklärt, mit den radikal-islamischen Taliban zu verhandeln, wenn sie der Gewalt abschwören, die afghanische Verfassung anerkennen und keine Kontakte zu Terroristen unterhalten.

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