15.04.2020 20:00 |

Mit Schutzmaßnahmen

Steirische Gerichte fahren langsam wieder hoch

Normalerweise herrscht an den steirischen Gerichten reger Betrieb. Doch auch sie mussten aufgrund der Coronakrise niedergefahren werden. An den Landesgericht für Strafsachen in Graz und Leoben kommt nun schön langsam wieder Schwung in die Räumlichkeiten. Und es gibt viel aufzuholen - nur in Graz sind bis jetzt rund 450 Strafverhandlungen ausgefallen! In Leoben steht nächste Woche bereits ein Geschworenenprozess am Programm. 

Langsam aber sicher werden ab nächster Woche auch die steirischen Gerichte wieder starten - so gut wie möglich zumindest. Denn die Sicherheitsmaßnahmen müssen eingehalten werden. Und das ist gar nicht so einfach. Denn nicht alle Verhandlungssäle sind groß genug, damit die geforderten Abstände auch eingehalten werden können.

Nur fünf Säle zur Verfügung
Am Straflandesgericht in Graz etwa kann deshalb „zwischen 20. April und 31. Mai lediglich in fünf von acht Sälen verhandelt werden“, erklärt Gerichtssprecherin Barbara Schwarz. Dabei handelt es sich um die fünf größeren Säle.

450 offene Strafverfahren
Und: „Auch im Mai werden nur dringende und für den Notbetrieb geltende Hauptverhandlungen anberaumt“, so Schwarz. Und das, obwohl derzeit nicht weniger als 450 (!) Verhandlungen bei 22 Strafrichtern ausständig sind. Diese gilt es, in den nächsten Monaten und Jahren abzuarbeiten.

Zwischen den einzelnen Verhandlungen müssen laut Verordnung immer wieder Pausen eingelegt und die Räume gelüftet werden. Außerdem gilt durchgehend für alle Beteiligten, den Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten. Die Maskenpflicht versteht sich von selbst.

Plexiglastrennwände
In kleineren Sälen, in denen der Sicherheitsabstand nicht möglich ist, werden außerdem Plexiglastrennwände montiert. „Reinigung und Desinfektion haben außerdem höchste Priorität.“

Prozess um Mordversuch am 22. April
Für das Landesgericht Leoben gelten natürlich dieselben Regeln. Eine besondere Herausforderung stellt der 22. April dar: An diesem Tag findet sogar eine Geschworenenverhandlung statt, wie Sprecherin Sabine Anzenberger bestätigt.

Genauer gesagt geht es um einen versuchten Mord im Drogenmilieu. Ein 32-Jähriger soll im Dezember letzten Jahres in Judenburg aus Eifersucht seinem vermeintlichen Kontrahenten aufgelauert und ihn niedergestochen haben. Die Geschichte dazu finden Sie hier

Geschworene sitzen im Besucherraum
Bei der Verhandlung dürfen die Geschworenen nicht auf ihren gewohnten Plätzen sitzen, sondern müssen auf den Besucherraum ausweichen, da sonst die Sicherheitsabstände nicht ausgehen. Alle müssen Masken tragen, die Richter sind zusätzlich durch transparente Plastikschirmen geschützt.

Monika Krisper
Monika Krisper
Eva Stockner
Eva Stockner
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