100.000 € Schaden

Schwindel mit zu alten Eiern führte zu Gerichtsprozess

Niederösterreich
04.08.2010 17:10
„Sie wollen mich miesmachen, so glauben Sie mir doch endlich was“, ringt der Angeklagte verzweifelt um ein wenig mehr Verständnis. Der 54-jährige Eierproduzent soll beim Mindesthaltbarkeitsdatum geschummelt haben. Dadurch wurden laut Anklage Eier verkauft, die längst schon abgelaufen, also viel zu alt waren.

Staatsanwalt Karl Fischer im Landesgericht St. Pölten bezeichnet das schlicht und einfach als schweren Betrug. Geschädigt worden seien die Abnehmer der Firma und letztlich die Konsumenten. Denn beim Handel mit Eiern gibt es sehr strenge Vorschriften. Längstens zehn Tage nach dem Legedatum sollen die Eier verpackt und ausgeliefert sein. Und 28 Tage danach sind vom Gesetz als Mindesthaltbarkeitsdatum vorgeschrieben. In dem betreffenden Betrieb soll dieses um bis zu 35 Tage verfälscht worden sein.

Der „Gewinn“ für die Firma: Alte Eier sind viel weniger wert als frische und können bestenfalls in der Industrie, aber nicht mehr im Einzelhandel verkauft werden. Was auch der Chefeinkäufer jener Supermarktkette vor Gericht bestätigt, die von dem Angeklagten beliefert worden ist. „Solche Eier würden wir bei unseren strengen internen Vorschriften nicht mehr annehmen“, so der Zeuge.

Der Schaden soll sich auf 100.000 Euro belaufen, in dem Prozess geht es um mehr als eine Million Eier. Bei einer Hausdurchsuchung wurden im Kühlraum neben der Sortieranlage fast 500.000 alte Eier gefunden.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Alles sei in seiner Firma korrekt abgelaufen, beteuert er immer wieder. Die Verhandlung wurde vertagt.

von Peter Grotter, Kronen Zeitung 

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