Sorge um Neuanstieg

Ausgangssperre in Italien bis 3. Mai verlängert

Ausland
10.04.2020 20:26

Italien verlängert die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausgangssperre um drei Wochen bis zum 3. Mai. Dies verkündete Ministerpräsident Giuseppe Conte bei einer Pressekonferenz am Freitag. Zugleich warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Freitag eindringlich vor einer zu raschen Aufhebung der Eindämmungsmaßnahmen.

Seit Mitte März sind in Italien nur Lebensmittelgeschäfte und Apotheken geöffnet. Die Verlängerung des strikten Ausgangsverbots, das seit dem 10. März gilt, habe die Regierung am Vortag mit wissenschaftlichen Beratern sowie den Regionen und Gewerkschaften abgestimmt, sagte Conte. Beschlossen wurde eine leichte Auflockerung des Produktionsstopps. Ab Dienstag sollen unter anderem Buch- und Schreibwarengeschäfte sowie Shops mit Baby- und Kinderkleidung öffnen dürfen. Auch im Bereich der Holzwirtschaft aktive Betriebe können die Produktion neu starten.

(Bild: AFP)

Conte: „Müssen aber weitere Opfer machen“
„Die Hoffnung ist, dass wir so bald wie möglich neu starten können, wir müssen aber weitere Opfer machen und die soziale Distanz bewahren. Das gilt auch für die produktive Tätigkeiten. Schutz der Gesundheit hat Priorität, uns ist aber auch der Erhalt unseres wirtschaftlichen Systems wichtig“, sagte Conte. „Unser Vorhaben ist, so rasch wie möglich die restriktiven Vorsichtsmaßnahmen herunterzufahren, damit der Motor unseres Landes voll starten kann. Wir sind aber noch nicht in dieser Lage. Wir können uns keinen Neuanstieg der Epidemiekurve erlauben“, sagte Conte.

Die Menschen dürfen derzeit nur ausnahmsweise das Haus verlassen, etwa wenn sie zur Arbeit oder zum Einkaufen müssen. In Italien, das von der Corona-Pandemie extrem stark getroffen ist, hat sich die Ansteckungswelle zuletzt verlangsamt. Nach einem zuletzt verzeichneten Abwärtstrend bei den Todesfällen war die Zahl jedoch zuletzt wieder gestiegen.

(Bild: AFP)

WHO warnt vor verfrühter Aufhebung der Beschränkungen
Vor einer zu raschen Aufhebung der Eindämmungsmaßnahmen in der Corona-Krise warnte indessen die Weltgesundheitsorganisation. „Die WHO will die Aufhebung der Beschränkungen genauso wie jeder andere auch“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Eine vorschnelle Beendigung könne aber zu einem „tödlichen Wiederaufleben“ der Coronavirus-Pandemie führen.

(Bild: AFP)

„Der Weg nach unten kann genauso gefährlich sein wie der Weg nach oben, wenn er nicht richtig gehandhabt wird.“ Der WHO-Chef sagte weiter, er arbeite mit den Ländern an Strategien, wie die Maßnahmen schrittweise gelockert werden könnten, aber es könne gefährlich sein, dies zu schnell zu tun.

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