Corona-Auswirkungen

Lufthansa-Chef: „Verlieren stündlich 1 Mio. Euro“

Ausland
08.04.2020 20:57

Der AUA-Konzernmutter Lufthansa geht in der Corona-Krise im Stundentakt das Geld in Millionenhöhe aus. „In Summe verlieren wir daher jede Stunde ungefähr eine Million Euro unserer Liquiditätsreserven“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch. 

„Tag und Nacht, Woche für Woche und wohl auch noch Monat für Monat“, ergänzte er. Täglich befördere die Airline weniger als 3000 Gäste statt normalerweise 350.000. Seit die deutsche Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie eine Quarantänepflicht für ankommende Flugreisende verhängte, müsse der schon minimale Flugplan noch weiter reduziert werden.

(Bild: AP)

„Werden nicht ohne staatliche Unterstützung überstehen können“
„Die immer länger andauernde Krise werden auch wir nicht ohne staatliche Unterstützung überstehen können“, sagte Spohr. Die Lufthansa sei im Kampf um ihre zukünftige Aufstellung nach der größten Herausforderung ihrer 65-jährigen Geschichte. Er sei optimistisch, dass die noch laufenden Gespräche mit den Regierungen der Heimatländer der Lufthansa-Airlines in Berlin, Bern, Brüssel und Wien zu einem guten Ergebnis führten.

Kurzarbeit, Flotte wird reduziert
Die Lufthansa hat den Passagierflugverkehr wegen der Reisebeschränkungen in der Corona-Krise fast vollständig eingestellt. Der große Teil der rund 138.000 Beschäftigten ist in Kurzarbeit. Am Dienstag kündigte sie eine deutliche, dauerhafte Verkleinerung der 760 Flugzeuge großen Flotte an. Davon seien rund 7000 Beschäftigte betroffen, für die ein anderer Arbeitsplatz im Konzern durch umfassende Teilzeitmodelle gefunden werden solle, sagte Spohr. „Wir wollen möglichst viele von ihnen an Bord halten“, versprach er. Die Lufthansa wolle auch nach der Krise am Markt an der Spitze stehen.

AUA: Angeblich bis zu 800 Millionen Staatshilfe
Zuvor hatte schon die AUA vor dramatischen Folgen der Krise gewarnt. Die Lufthansa-Tochter verhandelt derzeit mit der österreichischen Bundesregierung über mögliche Staatshilfen zur Bewältigung der Corona-Krise. Am Mittwoch berichtete der ORF, dass es sich dabei nicht „nur“, wie am Dienstag bekannt wurde, um kolportierte 500 Millionen, sondern sogar um 800 Millionen Euro handeln soll. Für FPÖ-Chef Norbert Hofer wäre eine solche Staatshilfe für die AUA „unverständlich“: „Das einzig Österreichische an der AUA ist das rot-weiß-rote Heck.“

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