01.04.2020 23:48 |

Gilt ab sofort

Lufthansa schickt 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Die AUA-Mutter meldet zwei Drittel ihrer Mitarbeiter zur Kurzarbeit an. 700 Flugzeuge bleiben vorerst am Boden - die Anträge gelten vorerst bis Ende August, hieß es am Mittwoch von einem Unternehmenssprecher. Wie die Vereinigung Cockpit am Abend weiters mitteilte, wurde nach Vereinbarungen über die Mitarbeiter am Boden und in der Kabine nun auch eine Vereinbarung mit den Piloten von Lufthansa und Germanwings getroffen. Den Angaben zufolge beginnt die Kurzarbeit sofort. 

Die Corona-Pandemie macht auch dem größten Luftfahrtkonzern Europas massiv zu schaffen. Am Mittwoch bestätigte ein Unternehmenssprecher in Frankfurt, dass für insgesamt 87.000 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt worden ist. Das betrifft rund zwei Drittel der gesamten Belegschaft des Weltkonzerns. Je nach Gesellschaft und Unternehmensteil gilt das teils rückwirkend mit 1. März, in der Masse aber ab April.

Nun auch Einigung bei Piloten 
Betroffen seien sämtliche Airlines und Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien. Zu den bereits bekannten rund 31.000 Kurzarbeitern bei der deutschen Kerngesellschaft Lufthansa kommen weitere große Blöcke bei der Swiss (9500) und die 7000 bei der AUA. Auch bei der belgischen Brussels Airlines, der Lufthansa Technik oder der Catering-Tochter LSG fällt massiv Arbeit weg. Zudem sind laut einem Sprecher der Vereinigung Cockpit in Deutschland rund 4500 Piloten betroffen. Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland.

Unter dem Strich kostet das die deutsche Arbeitsagentur „Business Insider“ zufolge rund 60 Millionen Euro im Monat. Nach gegenwärtigen Planungen rechnet Lufthansa mit einem Bedarf an Kurzarbeitergeld allerdings bis August, sodass sich die Gesamtkosten auf 360 Millionen Euro belaufen dürften.

Genauer Umfang noch unklar
Mit der Anmeldung zur Kurzarbeit ist noch nichts zum tatsächlichen Umfang entschieden. Dies reiche je nach Arbeitsplatz vom Totalausfall der Arbeit bis hin zu nur geringen Stundenreduzierungen, sagte der Sprecher. Zur Höhe der Leistungen machte er keine Angaben.

Das österreichische Kurzarbeitszeit-Modell sieht eine Übernahme von 80 bis 90 Prozent des Gehalts durch das AMS vor. Lufthansa hat beim Bodenpersonal und den Flugbegleitern eine Aufstockung auf bis zu 90 Prozent zugesagt.

Die Anträge sind zunächst bis Ende August gestellt, ohne dass es bisher konkrete Planungen zur Wiederaufnahme des kompletten Flugbetriebs gebe. Wegen der Corona-Pandemie stellt der Konzern rund 700 seiner 760 Flugzeuge ab und bietet nur noch rund fünf Prozent seiner sonstigen Verkehrsleistung an.

Versorgungsflüge werden weiterhin durchgeführt
Die AUA hat ihren regulären Flugbetrieb bereits mit 18. März eingestellt. Rückholflüge sowie Hilfsflüge werden in Abstimmung mit der österreichischen Regierung aber nach wie vor durchgeführt.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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