28.07.2010 09:54 |

Drogen verabreicht

Auch Ex-Model wirft Roman Polanski Vergewaltigung vor

Erneut werden Missbrauchsvorwürfe gegen Roman Polanski laut. Ein weiteres mutmaßliches Opfer bezichtigt den Regisseur, sie vor über 30 Jahren unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben.

Das frühere Model Edith Vogelhut äußerte die Vorwürfe am Dienstag in einem Interview mit der People-Seite RadarOnline.com. Die damals 21-Jährige habe den Starregisseur 1974 bei einer Party des Filmproduzenten Robert Evans getroffen. Anschließend seien sie in die Villa von Schauspieler Jack Nicholson gefahren.

Dort habe Polanski ihr Drogen verabreicht und Handschellen angelegt. Anschließend habe er sie anal vergewaltigt. Aus Scham habe sie später niemandem davon erzählt. "Ich ging davon aus, dass wir Sex zusammen haben würden, aber ich erwartete nichts Außergewöhnliches... Ich erwartete nicht, dass er mich anal missbrauchen würde", sagte Vogelhut in dem Interview.

Staatswanwaltschaft informiert
Laut RadarOnline.com hat Vogelhut den Staatsanwalt von Los Angeles erst über den Vorfall informiert, nachdem die britische Schauspielerin Charlotte Lewis im Mai an die Öffentlichkeit getreten war und Polanski vorwarf, er habe sie 1983 "auf die schlimmste Weise sexuell missbraucht", als sie 16 Jahre alt gewesen sei.

Lewis wollte nach eigenen Angaben die Behauptung von Polanskis Anwälten widerlegen, dass es sich bei dem Fall von Samantha Geimer aus dem Jahr 1977 um einen Einzelfall handle.

Der weltberühmte Regisseur soll damals die 13-jährige Geimer mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben. Polanski hatte die Tat gestanden und 42 Tage im Gefängnis verbracht. Er flüchtete aber vor der Strafmaß-Anhörung 1978.

Im Mai hatte auch die 42 Jahre alte britische Schauspielerin Charlotte Lewis erklärt, dass sie in den 80er Jahren als 16-Jährige von Polanski in dessen Pariser Appartement sexuell missbraucht worden sei. Polanski wies die Vorwürfe über seinen französischen Anwalt als "reine Lüge" zurück.

Keine Auslieferung an die USA
Auf Veranlassung der US-Justiz wurde er im vergangenen September bei der Einreise in die Schweiz verhaftet und stand mehrere Monate unter Hausarrest in Gstaad. Das Bundesamt für Justiz lehnte schließlich Mitte Juli das Auslieferungsgesuch der USA ab und hob den Hausarrest auf. Polanski wurde die elektronische Fußfessel abgenommen und er durfte sein Chalet im Berner Oberland verlassen.

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