Experte warnt!

Gefälschtes Tilak-Mail in Umlauf: Infos keine Notfall-Hilfen

Tirol
25.07.2010 11:13
In den elektronischen Briefkästen vieler Tiroler findet sich derzeit ein "wichtiges" Email zu Herzinfarkt und Schlaganfall - und man könne helfen, Leben zu retten. Für den Inhalt ist angeblich die Pflegedienstleitung der Uni-Klinik verantwortlich. "Falsch", dementiert die Tilak - und die "Krone" sprach mit einem Spezialisten.

"Ein Kardiologe hat gesagt, wenn man dieses Mail an mindestens 10 Leute verschickt, kann man sicher sein, dass irgendein Leben - eventuell auch unseres - dadurch gerettet wird." Das ist einer der Schlusssätze der elektronischen Post. Gezeichnet von der Pflegedienstleitung der chirurgischen Universitäts-Kliniken Innsbruck. 

Die Tilak dementiert die Urheberschaft für dieses Email: "Das taucht immer wieder - in leicht abgeänderten Formen - auf", erklärt Pressesprecher Johannes Schwamberger. Dagegen etwas zu unternehmen, sei aber sehr schwer, weil man nicht mehr eruieren könne, wer das Email gestaltete und wer den Namen der Uni-Klinik hier missbraucht.

Inhalt teilweise "absoluter Schwachsinn"
Doch nicht nur die dubiose Urheberschaft sorgt für Kopfschütteln, auch der Inhalt. Zwei Beispiele: "Tiefes Einatmen und Husten hilft gegen Herzinfarkt - so können Sie eventuell noch das Krankenhaus erreichen." Und bezüglich Schlaganfall-Diagnose: "Die Person kann nicht mehr lachen." Auch eine gekrümmte Zunge sei ein Schlaganfall-Anzeichen. 

"Das ist teilweise absoluter Schwachsinn", kann es Univ.-Prof. Johann Willeit kaum fassen. Manche Tipps und Hinweise zum Schlaganfall sind zwar nicht grundsätzlich falsch, aber vor allem mit den praktischen Beispielen, die auch im Email genannt werden, "wird nur Panik erzeugt", so der Professor.

Grundsätzlich gilt: Der Schlaganfall ist ein Notfall und sollte binnen drei Stunden behandelt werden. "In diesem Zeitfenster ist noch sehr viel möglich", erklärt Willeit und zählt sechs seriöse Anzeichen für einen Schlaganfall auf (plötzliche Lähmung, hängender Mundwinkel, plötzliche Sprachstörung, plötzliche Sehstörung, Kopfschmerzen, plötzlich einsetzender Schwindel).

Infos solcher Mails immer hinterfragen
Generell gilt: Derartige elektronische Post nicht weiterleiten. Eine Aufforderung, diese Email an möglichst viele zu schicken, sollte skeptisch machen. Die enthaltenen Infos immer hinterfragen und prüfen.

von Stefan Ruef, Tiroler Krone

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