13.03.2020 07:55 |

„Direkte Antwort“

Irak: Vergeltungsangriffe nach Tod von US-Bürgern

Nach dem Tod von zwei US-Bürgern und einer Britin durch Raketenbeschuss im Irak hat die US-Armee in der Nacht zum Freitag Vergeltungsangriffe geflogen. Dabei seien Waffenlager der pro-iranischen Kataib-Hisbollah-Miliz in verschiedenen Landesteilen angegriffen worden, teilte das Pentagon mit. Die Angriffe seien eine „direkte Antwort“ auf die Bedrohung, die von mit Teheran verbündeten Schiitenmilizen für die US-Streitkräfte und ihre Verbündeten ausgehe, hieß es. 

Ein US-Militärvertreter sagte, bei den Angriffen seien auch Lagerorte von Drohnen unter Beschuss genommen worden. Aus irakischen Sicherheitskreisen verlautete, fünf schwere Raketen hätten die von der Kataib-Hisbollah-Miliz kontrollierte Gegend Dschurf al-Sachr südlich der Hauptstadt Bagdad getroffen.

Das irakische Militär erklärte, die USA hätten vier Luftangriffe gegen Einrichtungen irakischer paramilitärischer Einheiten, Polizei und Armee geflogen. Diese Ziele hätten sich in Nadschif sowie drei anderen Osten südlich von Bagdad befunden. Ein Sprecher des Flughafens der den Schiiten heiligen Stadt Kerbela erklärte, ein Gebäude sei getroffen worden.

Ein Opfer hatte für private Partnerfirma der US-Armee gearbeitet
Mit den Angriffen reagierten die USA auf den Raketenbeschuss der internationalen Militärbasis in Tadschi nahe Bagdad. Dabei waren am Mittwoch ein US-Soldat, eine britische Soldatin sowie ein US-Bürger getötet worden, der für eine private Partnerfirma der US-Armee gearbeitet hatte. 14 weitere Menschen wurden verletzt, darunter US-Bürger, Briten und Polen. Der Stützpunkt war nach Angaben der US-geführten internationalen Militärkoalition von 18 Raketen getroffen worden.

Es handelte sich um den blutigsten Angriff auf einen von der US-Armee genutzten Stützpunkt im Irak seit Jahren. Für den Beschuss übernahm niemand die Verantwortung. Die USA haben in der Vergangenheit aber immer wieder pro-iranische Milizen für solche Raketenangriffe verantwortlich gemacht.

Die jüngsten gegenseitigen Angriffe schüren Ängste, dass die Konflikte in der Region erneut dramatisch eskalieren könnten. Eine extreme Zuspitzung der Lage hatte es bereits zum Jahreswechsel gegeben. Als Vergeltung für Raketenbeschuss mit einem toten US-Bürger flogen die USA damals massive Luftangriffe auf pro-iranische Milizen und töteten mindestens 25 Kämpfer.

Anfang Jänner tötete das US-Militär dann bei einem gezielten Drohnenangriff nahe Bagdad den einflussreichen iranischen General Kassem Soleimani sowie den irakischen Milizen-Anführer Abu Mehdi al-Muhandis. Durch diese Attacke gerieten die USA und der Iran damals an den Rand eines Krieges.

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