12.03.2020 08:18 |

Coronavirus

Berliner Staatsoper weicht aufs Internet aus

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden weicht nach der Schließung aller großen Aufführungsstätten in Berlin teilweise auf das Internet aus. Die Vorstellung der Oper „Carmen“ mit Generalmusikdirektor Daniel Barenboim wird am Donnerstag vor leeren Rängen aufgeführt und über die Internet-Plattformen der Staatsoper und des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) kostenlos gestreamt.

Das kündigte Intendant Matthias Schulz am Mittwoch an. Auch im RBB-Hörfunk soll die Vorstellung ausgestrahlt werden. Für die Premiere der Mozart-Oper „Idomeneo“ am 22. März mit dem Dirigenten Sir Simon Rattle strebe die Staatsoper eine ähnliche Lösung an. Auch die Festtage der Staatsoper über Ostern, zu der jedes Jahr auch viele Zuschauer aus dem Ausland anreisen, sind betroffen. Die Berliner Philharmoniker wollen ebenfalls Konzerte über das Netz streamen.

Blunt spielte Elbphilharmonie-Konzert ohne Publikum
Bereits am Mittwochabend hatte der britische Popsänger James Blunt in der Hamburger Elbphilharmonie Geschichte geschrieben. Als erster Musiker überhaupt spielte der 46-Jährige im Großen Saal ein Konzert ohne Publikum. Wegen des Coronavirus war am Nachmittag entschieden worden, den „Telekom Street Gig“ von Blunt vor leeren Rängen stattfinden zu lassen. Das Konzert konnte aber via Livestream kostenlos verfolgt werden.

„Ohne euch wäre es nur eine Probe“, richtete Blunt, lässig in T-Shirt, Jeans und Turnschuhen bekleidet, das Wort an die Zuschauer an den Bildschirmen. Der Musiker legte sich mit seiner vierköpfigen Begleitband ordentlich ins Zeug, sang eindringlich Hits wie „You‘re Beautiful“ und „Goodbye My Lover“, spielte druckvoll Akustikgitarre und sprang auf sein Klavier. Von den Songs seines aktuellen Studioalbums „Once Upon A Mind“ stach besonders die emotionale Ballade „Monsters“ für seinen erkrankten Vater hervor.

Statt Jubel gab es zwischen den Liedern Stille und eine dunkle Bühne. Außenaufnahmen der bunt beleuchteten Elbphilharmonie wurden eingeblendet. Blunt selbst hatte offensichtlich Spaß: Schweißnass und strahlend schickte er immer wieder ein „Dankeschön" raus in die Welt. Am Ende des gut eineinhalbstündigen Auftritts applaudierten er und seine Band sich selbst.

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