05.03.2020 13:20 |

„Richtiger Zeitpunkt“

Österreich von Schul-Schließungen „weit entfernt“

Immer mehr Coronavirus-Fälle in Österreich lösen bei vielen Österreichern Ängste um die eigene Gesundheit und die ihrer Angehörigen aus. Vor allem Meldungen aus Italien und dem Iran, wonach die Länder bis Mitte bzw. Ende März alle Schulen und Universitäten schließen, lassen bei Eltern hierzulande die Alarmglocken schrillen - auch wenn die neuartige Lungenkrankheit für Kinder und Jugendliche ohne Vorerkrankungen relativ ungefährlich ist. Gefragt, ob eine solche Maßnahme auch in Österreich bevorsteht, antwortete Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einem Pressegespräch am Donnerstag, dass man bei uns von Schulschließungen „derzeit weit entfernt“ sei.

Wie bereits Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes und Sonderberater der „Taskforce Corona“, zum Thema Absagen von Großveranstaltungen (was er als „derzeit sinnlos“ bezeichnete) sagte, meinte am Donnerstag auch Anschober, dass es für die richtige Maßnahme den richtigen Zeitpunkt gebe - und der sei beim Thema Schulen derzeit nicht gegeben. Eine Maßnahme wie eine landesweite Schließung von Schulen, Universitäten und auch Kindergärten könne man „nur einmal verwirklichen“. Das könne man nicht über Monate machen, sondern nur über einen relativ kurzen Zeitpunkt.

Experten würden derzeit dazu raten, die Schulen, in denen es keinen unmittelbaren Anlassfall gibt, offen zu lassen, so der Gesundheitsminister. Natürlich könne sich die Situation in der nächsten Zeit ändern, dann werde man neu bewerten und gegebenenfalls anders entscheiden: „Der Zeitpunkt muss nicht kommen, aber er kann kommen.“ Bei einem tatsächlichen Coronavirus-Fall liefen ohnehin die Maßnahmen an, über die alle Schulen und Hochschulen sowie Kindergärten bereits in der vergangenen Woche informiert wurden.

Ministerium veröffentlicht Risiko-Checkliste für Veranstalter
Was Events betrifft, so veröffentlichte das Gesundheitsministerium auf seiner Website eine Checkliste für Veranstalter, um das Risiko einschätzen zu können. Die Checkliste wurde gemeinsam mit dem Österreichischen Roten Kreuz erstellt. In den 26 einzelnen Fragestellungen aus fünf Themenbereichen werden verschiedene Parameter mit Punkten gewichtet - der Zahlenwert 1 entspricht einem geringen, der Zahlenwert 5 einem sehr hohen Risiko. Ab 70 Punkten wird ein hohes Gesamtrisiko attestiert.

Das Risiko steigt zum Beispiel deutlich, wenn mehr als zwei Personen auf einem Quadratmeter sind und wenn das Alter der Besucher bei durchschnittlich mehr als 60 Jahren liegt. Mehr Punkte gibt es auch, je länger die Veranstaltung dauert.

Liegt das Ergebnis im Rahmen eines moderaten Gesamtrisikos, sind Auflagen zur Risikominimierung zu empfehlen. Liegt das Ergebnis allerdings im Rahmen eines hohen Gesamtrisikos, sind jedenfalls Auflagen zur Risikominimierung zu erteilen, die bis zur möglichen Untersagung der Veranstaltung reichen können.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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