03.03.2020 07:00 |

Neuer Lehrstuhl an Uni

In Tirol fehlen derzeit noch sechs Landärzte

In Tirol ordinieren 321 Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag, nur sechs Stellen sind unbesetzt: Drei in der Inntalfurche und drei außerhalb. Eine Stärkung der Allgemeinmedizin ist seit Jahren gemeinsames Ziel von Krankenkasse, Land Tirol und Med-Uni. Nun wurde ein weiteres Ziel erreicht: Eine Stiftungsprofessur.

Sechs offene Kassen-Stellen bei insgesamt 321 Allgemeinmedizinern landesweit klingen zunächst nicht viel. „Aber für die betroffenen Regionen ist das natürlich eine Katastrophe. Die Landärzte sind der erste Ansprechpartner für die Bevölkerung in Gesundheitsfragen und tragen große Verantwortung“, betonte LH Günther Platter gestern. „Meine politische Erwartungshaltung ist, dass auch jene Stellen besetzt werden, die derzeit offen sind.“

Lücke wird größer
Das Problem könnte sich durch die Pensionierungswelle bei den Landärzten verschärfen. Schätzungen zufolge geht ein Drittel in den nächsten zehn Jahren in Pension. Nun wird eine Stiftungsprofessur für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck eingerichtet. „Damit wird in Tirol ein klares Zeichen gesetzt, um dieses wichtige Fach, die Forschung und Lehre aufzuwerten und einem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken“, sagte LH Platter. „Letztlich geht es vor allem darum, Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner vermehrt für den Hausarztberuf zu begeistern, um die hausärztliche Versorgung sicherzustellen.“

Um dieses Ziel zu erreichen, haben Land Tirol, Sozialversicherung, Medizinische Universität, Ärztekammer Tirol und Tiroler Spitäler ein ganzes Bündel an Maßnahmen geschnürt.

Gesundheitskasse zahlt
„Wir haben drei Handlungsfelder: Die Ausbildung, die Ausübung und das Image bzw. Berufsbild“, erklärte Arno Melitopulos-Daum, Landesstellenleiter der Gesundheitskasse „Ein eigener Lehrstuhl für Allgemeinmedizin ist ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung“, betonte Gesundheits-LR Bernhard Tilg.

Schulterschluss
„Eine optimale allgemeinmedizinische Versorgung gelingt dann, wenn Forschung, Lehre und Praxis Hand in Hand gehen“, ergänzt Wolfgang Fleischhacker, Rektor der Medizinischen Uni.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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