14.02.2020 12:30 |

3450 Aufgriffe

Flüchtlingszahlen in Tirol weiterhin im Sinkflug

Zum dritten Mal in Folge gab es im Vorjahr in Tirol einen Rückgang bei den Flüchtlings-Aufgriffen. Alles in allem landeten 3450 Migranten in den Fängen der Polizei. Bei acht von zehn handelte es sich um Männer, „Top“-Nation war Nigeria. Nur 339 Personen stellten einen Asylantrag.

Jahrelang zeigte die Kurve steil nach oben, ehe 2016 die Aufgriffszahl mit fast 12.000 den absoluten Höhepunkt erreichte. Im Moment bewege man sich in etwa auf dem Niveau der Jahre 2012 und 2013. Tirols Landespolizeidirektor Edelbert Kohler führt diesen Trend auf ein „Bündel von Maßnahmen“ zurück. Einerseits meint er damit den erhöhten Kontrolldruck entlang der Brennerroute, andererseits die Anstrengungen Italiens – und Libyens, wo die Küstenwache „verstärkt patrouilliert“. Letzteres macht sich vor allem bei den Anlandungen in Süditalien bemerkbar. „Während es 2016 noch 181.425 waren, wurden im Vorjahr nur noch 11.487 verzeichnet“, erklärt Kohler.

Die Tirol-Bilanz für das abgelaufene Jahr im Detail:

  • Unterm Strich wurden hierzulande genau 3450 Illegale erwischt. Das ist ein deutlicher Rückgang von 31 Prozent. Österreichweit verzeichnete die Polizei 19.215 Aufgriffe (minus 9 Prozent).
  • Aufgrund bestehender Abkommen bzw. Einreiseverweigerungen mussten von Deutschland 1994, von Italien 50 und von der Schweiz drei Flüchtlinge rückübernommen werden.
  • 176 Fremde wurden hingegen von Tirol in Nachbarstaaten zurückgeschoben – 172 nach Italien sowie vier nach Deutschland.

Syrer bei Asylanträgen nach wie vor auf Platz 1

  • Einen markanten Rückgang von 41 Prozent gab es auch bei den Asylansuchen. 339 Personen aus 40 verschiedenen Staaten stellten in Tirol einen Antrag auf internationalen Schutz. Die meisten stammten aus Syrien (76), gefolgt von Somalia (40), Afghanistan (32), Irak (30) und Iran (27). Zum Vergleich: 2015 stellten hierzulande noch 2210 Migranten einen Asylantrag.
  • 2435 Illegale wurden auf der Straße aufgegriffen (316 davon in internationalen Reisebussen) - die restlichen 1015 reisten per Bahn. Nur vier Personen wurden auf Güterwaggons ertappt - in den zwei vorangegangenen Jahren waren es noch insgesamt 494 an der Zahl!
  • 37 Schlepper gingen den Fahndern ins Netz. Diese sollen insgesamt 64 Migranten eingeschleust haben.
  • Bei 2804 der aufgegriffenen Illegalen handelte es sich um Männer, bei 521 um Frauen. Die Zahl der Kinder unter 14 Jahre lag bei 125.

Die Liste der Länder, aus denen die ertappten Flüchtlinge stammen, umfasst um die 90 Nationen. Rang eins nimmt – wie bereits 2018 – Nigeria ein (426 Personen). Auf den Plätzen dahinter folgen Marokko, Albanien, Pakistan und Afghanistan.

Hubert Rauth
Hubert Rauth
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