An Überdosis?

Nach 16 Jahren Drogentherapie starb Süchtiger

Kärnten
10.07.2010 16:36
Die "Kärntner Krone" hat den Fall vor wenigen Wochen aufgedeckt: Ein 49-jähriger Klagenfurter steckte seit 16 Jahren im umstrittenen Drogenersatzprogramm des Landes fest, wurde täglich auf Rezept mit Substitol versorgt. Einen Zwangsentzug gab's nicht. Jetzt machten Polizisten eine traurige Entdeckung: Der Frühpensionist lag tot in der Wohnung – vermutlich starb er an Heroin!

"Einen Entzug schaffe ich derzeit vermutlich nicht", erzählte der Süchtige vor Kurzem noch verzweifelt bei einem Prozess, wo ihm die Weitergabe von Drogen vorgeworfen wurde. Da es von den Beratern auch keinen Druck gäbe, die Dosis zu reduzieren oder "clean" zu werden, wollte er sich Zeit lassen. "Irgendwann möchte ich dann aber drogenfrei leben können!" – Doch für den Mann kommt jede Hilfe zu spät: Er ist tot. 

Bereits mehrere Tage tot in Wohnung
Mehrere Tage lang dürfte der 49-Jährige schon in seiner Wohnung gelegen haben, bevor der Leichnam gefunden wurde. "Ein Nachbar hat uns alarmiert, nachdem der Frühpensionist eine Zeit lang nicht aufgetaucht war", so Oberst Christian Martinz von der Kripo. In der Wohnung konnten die Ermittler auch Suchtgift und Ausrüstung sicherstellen, die für den Konsum von Heroin benötigt werden.

Martinz: "Die genaue Todesursache ist noch unbekannt, weil eine Obduktion erst durchgeführt wird." Das einsame Sterben des Süchtigen sollte aber auf jeden Fall Anlass sein, über das Substitutionsprogramm weiter nachzudenken.

von Hannes Wallner und Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
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