„Massive Drohungen“

Zeugnisstreit: Schule lenkt ein, „Post“ an Faßmann

Vorarlberg
07.02.2020 07:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Streit um die Vergabe von Ziffernnoten an der Vorarlberger Volksschule Lustenau-Kirchdorf haben der Lehrkörper und die Lehrer-Eltern-Schulpartnerschaft eingelenkt. Man habe sich dazu entschieden, ein gesetzeskonformes Ziffernzeugnis auszustellen, informierte Direktor Christoph Wund am Donnerstagabend kurz vor Mitternacht. Zugleich kündigte er „Post“ an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) an.

Die Volksschule Lustenau-Kirchdorf hat in den vergangenen Tagen große mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil die Lehrer des reformpädagogischen Zweigs in der Schulnachricht alle Drittklässler einheitlich mit „Gut“ beurteilen wollten - aus Protest gegen den „von Türkis-Blau 2018 verankerten Notenzwang auch für Zweit- und Drittklässler“, wie es Wund formulierte. Mit einem unkorrekten Vorgehen dieser Art hätten die Lehrer allerdings disziplinarrechtliche Konsequenzen befürchten müssen. Wund sprach denn auch von „massiven Sanktionsdrohungen aus der juristischen Landesverwaltung“.

Mit dem gemeinsam mit Schülern und Eltern gestarteten Protest „Du bist GUT! Und so viel mehr als eine Note“ habe die Schule „unsere von Differenzierung, Individualisierung, Ganzheitlichkeit und Ressourcenorientierung geprägte pädagogische Haltung“ ebenso zum Ausdruck bringen wollen „wie unser Unverständnis für einen in unseren Augen sachlich nicht nachvollziehbaren bildungspolitischen Rückschritt in der Leistungsbeurteilung und Stärkung der Schulautonomie“, so Wund. 

Eröffnung des Dialogs
Allerdings sei es nicht die Absicht gewesen, als Gesetzesbrecher wahrgenommen zu werden. Und schon gar nicht habe man „den für uns so wichtigen und freudvollen Lehrerberuf“ riskieren wollen, sagte der Direktor. Es sei um die Eröffnung eines Dialogs gegangen, den man nun fortsetzen werde.

„Wir werden dem Mindestmaß an gesetzlicher Anforderung entsprechen. Und es uns nicht nehmen lassen, unser Anliegen nochmals neu in den Mittelpunkt zu stellen - untermauert von Aktivitäten, die wir gemeinsam mit Kindern und Eltern gestalten“, kündigte Wund an. Die Haltung laute, den Fokus von der Note wegzunehmen und das Hauptaugenmerk auf das Wohl des Kindes zu legen.

Faßmann bekommt Schreiben der Schule
Gleichwohl fordere man eine „verantwortliche Bildungs- und Schulentwicklung“ ein, betonte Wund. Diesbezüglich nehme man Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) und die Bildungsdirektion beim Wort und verlange eine „inhaltliche Dialogeröffnung“. Minister Faßmann, dessen Dialogverweigerung „wütend“ gemacht habe, werde ein Schreiben der Schule erhalten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Vorarlberg
07.02.2020 07:18
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

5° / 13°
Symbol bedeckt
8° / 16°
Symbol bedeckt
8° / 16°
Symbol bedeckt
7° / 16°
Symbol bedeckt
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt